Aufsatz 
Die wichtige Pflicht der Lehrer, den Gefahren des Formalismus mit aller Sorgsamkeit zu begegnen
Entstehung
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33 II. Geſchichte der Anſtalt.

Nach der am 13. Mai v. J. abgehaltenen öffentlichen Prüfung wurden von den 49 Zög⸗ lingen, welche das Inſtitut zählte, ſechs Knaben und zwei Mädchen, 1 als vorzüglich, 4 als gut und 3 als gering befähigt, entlaſſen.

Mit dem 6. Juni begann der neue Lehrcurſus, und wurden beim Beginne des Schul⸗ jahres neun taubſtumme Kinder, fünf Knaben und vier Mädchen aufgenommen.

Ein Zögling mußte wegen zu geringer Fortſchritte in der VI. Klaſſe belaſſen werden.

Das Stiftungsfeſt der Anſtalt wurde am 15. Juni 1859 und der Geburtstag Sr. Ho⸗ heit des Herzogs am 24. Juli von den Lehrern und Schülern in gewohnter Weiſe gefeiert.

Anfangs Auguſt des verfloſſenen Jahres machten die beiden Lehrer Prieſter und Jung mit acht Zöglingen aus der I. und II. Klaſſe eine mehrtägige Reiſe nach Frankfurt und Offen⸗ bach. Die darüber von den betreffenden Zöglingen ausgefertigten Reiſeberichte werden bei der öffentlichen Prüfung vorgelegt werden.

Die Herbſtpruͤfung wurde am 3. Oktober v. J. gehalten und begann das Winterſemeſter am 25. Oktober.

Durch Reſcript hoher Landes⸗Regierung vom 16. September 1859 ad Num. Reg. 4868 wurdein Erwägung, daß der Taubſtummen⸗-Unterricht nur dann gedeihliche Erfolge verſpricht, wenn er möglichſt wenige Unterbrechungen zu erleiden hat, beſtimmt, daß die Ferien der An ſtalt nach der Frühjahrsprüfung drei und nach der Herbſtprüfung drei Wochen dauerns ſollen. Mit dem Schluß des Sommerſemeſters wurde Candidat Müller, welcher 2 Jahre als Hülfs⸗ lehrer an der Anſtalt gewirkt hatte, an die Elementarſchule zu Grebenroth, Amts Langenſchwal⸗ bach, verſetzt, und an ſeine Stelle der Schulcandidat Peter Marx von Thalheim an die Anſtalt dirigirt.

Durch die Gnade Seiner Hoheit des Herzogs wurden, in Folge des Geſetzes vom 1. Juli 1859, welches in§. 10 den vier Fachlehrern am Taubſtummeninſtitut einen Gehalt von 600 1200 fl. auswirft, die Fachlehrer der Anſtalt durch Gehaltszulagen erfreut.

Im Laufe der Herbſtferien wurde das Inſtitutslocal durch neue Fußböden, Fenſter und und Thüren verbeſſert.

Drei Knaben und ein Mädchen feiern am 1. Sonntage nach Oſtern d. J. in der Pfarr⸗ kirche dahier ihre erſte heilige Communion, und vier Knaben und ein Mädchen werden am nächſten Pfingſtfeſte durch die in der Pfarrkirche zu Walsdorf ſtattfindende Confirmation in die evangeliſch⸗chriſtliche Kirche aufgenommen werden.

III. Statiſtiſche Ueberſicht.

I. Anzahl der Schüler.

Die Zöglinge der Anſtalt vertheilen ſich nach Klaſſen, Geſchlecht, Confeſſion und Solchen, welche dem In- und Auslande angehören, in folgender Weiſe:

4 8 Ge⸗ . Katho⸗ Evan⸗ Israe⸗ 1 Aus⸗ Klaſſe. Knaben. Mädchen. dh geliſch. Utiſch. Snländer lender. bänſi⸗ VI. 6 4 4 6 ,10 10 V 5 5 3 7 1 9 1 10 IV. 4 3 5 1 1 5 2 7 III. 3 3 4 21l 5 1 6 II. 4 4 3 3 2 8 7 8 1 7 2 4 5 8 1 9 ſim Ganzen 29 21 23 24 3 45 5 50