Aufsatz 
Die obersten Grundsätze, nach welchen die Seelenlehre an Schullehrerseminarien zu behandeln ist
Entstehung
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b. Schönſchreiben. 1. Kl. Uebungen im Schönſchreiben. Wöchentlich 1 St. Jung. II. Kl. Uebungen in deutſcher und lateiniſcher Schrift. Wöchentlich 1 St. Meckel. m. Kl. Deßgleichen. Wöchentlich ¹ St. Deußer. WV. Kl. Deßgleichen. Wöchentlich 1 St. Prieſter. V. Kl. Uebungen im Schönſchreiben. Wöchentlich 1 St. Jung. VI.. Das Schreiben war fortwäyrend mit dem Sprach⸗ und Sprechunterrichte verbunden. rieſter.

VII. Induſtrieunterricht.

Die Mädchen: Wöchentlich 9 St. Unterricht in weiblichtn Handarbeiten. Induſtrie⸗ lehrerin Magdalene Mosbach. 1

Die Knaben: Anleitung im Strohflechten und Holzdrehen. Wöchentlich 3. St. Werk⸗ führer Stehling.

VIII. Turnunterricht.

Leider fiel der Turnunterricht in dieſem Jahre ganz aus, wegen Sperrung des Platzes durch Brandreſte; und dürfte auch für das näͤchſte Sommerhalbjahr wenig Hoffnung vorhanden ſein, den Platz benutzen zu können, da durch Aufführung der Neubauten ringsum das Turnen geſtört iſt.

C. Diseiplin.

Der Privatfleiß war im Allgemeinen gut nnd wurde derſelbe von Seiten der Lehrer in und außer der Schule überwacht, bezüglich des Letzteren durch öftere Beſuche der Lehrer in den Koſthäuſern. In Bezug auf die Disciplin kamen im Laufe des Schuljahres leider einige gröbere Vergehen bei den von Haus aus verwahrloſten Zöglingen vor.

D. Geſundheitszuſtand.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war, abgeſehen von bald vorübergehendem Unwohlſein von 1 dis 2 Tagen, im Laufe des Schuljahres erwünſcht. Bei einer Schülerin wurde der Unterricht durch eine Hautkrankheit mehrmals auf längere Zeit und bei einer anderen durch län⸗ geres Unwohlſein unterbrochen.

II. geſchichte der Anſtaſt.

Nach der am 10. Mai v. J. abgehaltenen öffentlichen Prüfung wurden von den 57 Zög⸗ lingen, welche das Inſtitut zählte, zwei Knaben und zwei Mädchen, zwei als vorzüglich, einer als genügend und einer als mittelmäßig befähigt, entlaſſen. Johanna Löb aus Hachenbur kehrte beim Beginn des neuen Schuljahres 1855/56 nicht wieder in die Anſtalt zurück, nach dem Willen des Vaters, dem es du Miniſterialreſcript vom 19. Augnſt 1854 freigeſtellt wor⸗ den war, ſeine Tochter wegen zu geringer Bildungsfähigkeit nach Hauſe zu nehmen.

Mit dem 4. Juni v. J. begann der neue Lehrcurſus und wurden aufgenommen 7 taub⸗ ſtumme Kinder, 4 Knaben und 3 Mädchen.

Wie gebräuchlich wurde das Stiftungsfeſt des Inſtituts am 15. Juni 1855 und der Ge⸗ burtstag S. Hoheit des Herzogs am 24. Juli von den Lehrern und Schülern gefeiert.