Aufsatz 
Gallicismen in niederrheinischen Mundarten : 1. Teil / von J. Leithaeuser
Entstehung
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Durch die Übersiedelung des Gymnasiums in sein neues stattliches Heim ist das bisher von beiden Anstalten benutzte Gebäude wieder in den Alleinbesitz des Realgymnasiums übergegangen. Dadurch sind viele Unbequemlichkeiten beseitigt worden. Sämtliche Klassen- haben in eigenen Räumen untergebracht werden können; für den physikalischen, chemischen, naturwissenschaftlichen und Zeichenunterricht, sowie für die Aufstellung der dazu nötigen Instrumente und Sammlungen sind ausreichende und zweckentsprechende Räumlichkeiten ein- gerichtet; der Zeichensaal ist in einen helleren Raum verlegt; die um ein bedeutendes ver- gröſserte Aula ist in würdiger und entsprechender Weise durch Künstlerhand ausgestattet, und durch die Freundlichkeit eines Mitbürgers mit drei schönen Kaiserbildern ausgeschmückt worden. Die Flure und Korridore zieren durch eines Kollegen Kunstfertigkeit in sinniger Weise ausgeführte Bilder der grofsen Männer aller Zeiten, welche für eine höhere Bildungs- anstalt von Bedeutung sind, sowie Darstellungen aus der vaterländischen Geschichte und dem griechischen und römischen Altertum; der Lichthof ist in einen schmucken Garten ver- wandelt. Eine neue Centralheizung sorgt für gleichmäfsige Erwärmung der Klassenräume; das elektrische Licht, das dem physikalischen und chemischen Unterricht in hervorragender Weise dienstbar gemacht ist, verleiht auch den am ungünstigsten gelegenen Unterrichtsräumen gesundes, helles Licht. Die in unmittelbarer Nähe des Realgymnasiums errichtete Turnhalle ermöglicht einen regelmäfsigen Betrieb des gesundheitlich überaus wichtigen Turnunterrichts und gewährt den Schülern, welche früher zu den von ihnen benutzten Hallen einen weiten Weg zu machen hatten, eine bedeutende Zeitverkürzung. Das ganze Schulgebäude hat einen neuen Anstrich erhalten, so daſs es auf das Auge des Beschauers einen höchst stattlichen und wohlgefälligen Eindruck macht.

Die Chronik der Schule wurde im vorigen Programm am 17. März abgeschlossen.

Der Schluls des Schuljahrs erfolgte am 31. März.

Die Osterferien dauerten vom 1. bis zum 20. April.

Die Aufnahmeprüfung der neu angemeldeten Schüler fand am 19. April statt.

Das Schuljahr begann am Montag, 21. April, in der Aula mit Andacht und Ansprache und Einführung der wissenschaftlichen Hilfslehrer Dr. Riecke*) und Dr. Schellert**).

In der darauf folgenden Lehrerkonferenz überreichte der Direktor im Auftrage des Königl. Provinzial-Schulkollegiums dem Dr. Wulsch die Bestallung zum Oberlehrer.

Der Unterricht fiel an diesem Tage aus, weil das gesamte Lehrerkollegium sich an der Feier der Einweihung des neuen Gymnasiums beteiligte.

Am 8. Mai vereidigte der Direktor im Auftrag des Königl. Provinzialschulkollegiums die zu ordentlichen Lehrern ernannten Kollegen Schulte-Tigges und Dr. Kersten.

Am 10. Mai waren der Direktor und der Oberlehrer Dr. Lenssen auf einer Dienst- reise von der Schule abwesend.

Am 17. Mai fand die Prüfung des dem diesseitigen Realgymnasium überwiesenen M. Saatweber für die Reife für Prima statt.

Vom 27. bis zum 31. Mai war der ordentliche Lehrer Leithaeuser wegen Familien- angelegenheiten beurlaubt, vom 29. bis zum 31. der Oberlehrer Dr. Bernard.

*) Otto Riecke, geb. am 15. August 1857 in Gutenswegen bei Magdeburg, besuchte die Realschule I. Ord. in Magdeburg und studierte in Leipzig, Berlin, Tübingen und Münster neuere Philologie und Geschichte. Den Winter 1881/82 brachte er zur Vervollkommnung seiner Kenntnisse in der französischen Sprache in Paris zu. Im Januar 1884 promovierte er und bestand im Juli 1885 die Prüfung pro fac. doc. Von Michaelis 1885 bis dahin 1886 leistete er sein Probejahr am Realgymnasium zu Aschersleben ab, reiste dann zur weiteren Aus- bildung im praktischen Gebrauche der englischen Sprache nach London und ging danach wieder an das Real- gymnasium, bezw. Gymnasinm zu Aschersleben, wo er bis Ostern 1890 als freiwilliger wissenschaftlicher Hilfs- lehrer beschäftigt wurde.

**) Max Schellert, geboren im Jahre 1861 zu Forsthaus Ellerborn im Kreise Bitterfeld, besuchte die Lateinische Hauptschule zu Halle a. d. Saale und studierte dann klassische Philologie auf der Universitut Halle. Von derselben wurde er im Jahre 1885 zum Doctor philos. promoviert und bestand im Sommer 1886 die Prüfung pro fac. doc. Das Probejahr leistete er am Königl. Gymnasium in Eisleben ab; dann war er als wissen- schaftlicher Hilfslehrer an der Ritter-Akademie in Brandenburg und am Realgymnasium in Duisburg thutig.