Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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zwar ſpäter unten ausführen, daß Flieden nie zum Saalgau gehört hat, für Landau ſtand es aber feſt und er hilft ſich nun aus ſeinem Widerſpruche dadurch, daß er uns eine durch nichts begründete, nicht einmal wahrſcheinlich gemachte Hypotheſe hinſtellt, als ob die Einführung des Chriſtenthums nach Flieden von der Kirche zu Lauter⸗ bach ausgegangen ſei. So zählt man ¹) auch Orte, die offenbar im Radenzgau jenſeits der Steinach liegen, wie Graitz und Leutendorf, noch zum Grabfeld, weil Graitz dem Würzburgiſchem Archidiakonate Münnerſtadt ſpäter einverleibt iſt.

Nach dieſen Erörterungen dürfte zur Feſtſtellung der alten Gaugrenzen der Weg als der zuverläſſigſte einzuſchlagen ſein, der zunächſt nach den Urkunden die Zugehörigkeit eines Ortes zum Gaue beſtimmt und ſich nicht in jene willkürlichen Konſtruktionen verirrt, wie wir ſie theilweiſe ſchon früher ²), theilweiſe erſt noch vor Kurzem, und zwar mit einem allgemeinen Zahlenſyſtem in Verbind⸗ ung gebracht geſehen haben. Man) hat nämlich die Anſicht aufge⸗ ſtellt, daß für alle Gaue eine gewiſſe Gliederung nach der Drei⸗ zahl als ein allgemein durchgehendes Geſetz gelte und daß jedesmal eine der Centen den eigentlichen Gaunamen auch noch für ſich führe. Für den Gau Wettereiba, für welchen nur man dieſes Geſetz durchzuführen geſucht hat, iſt erſtlich die ſpecielle Benennung nicht nachweisbar, ſodann kommt die Erwähnung der CentKinzig⸗ gau nur ein einziges Mal in Urkunden vor und es iſt daraus nicht erſichtlich, in welchem Verhältniſſe ſie zum Hauptgau ſteht, und ſo⸗ dann iſt die dritte Cent, der ſogenannte Gaudes Vogelsberges, eine reine Erfindung und gehört, wie wir unten weiter nachweiſen werden, gar nicht zur Wetterau. So wenig als die Wetterau bis an das linke Ufer der Fulda, oder ſogar noch auf das rechte, ſich jemals erſtreckthat, ſo wenig haben wir in der Mark Fulda eine aus ver⸗ ſchiedenen Gauen zuſammengeſetzte Mark zu ſehen, ſondern lediglich eine Mark im Grabfelde.

¹) Genßler, II, 317.

²) Wir meinen hier die Arbeit Lang's über die Gaue Bayerns und Landau'sWettereiba.

3) Landau, Wettereiba und Heſſengau, ſodann Waitz im Correſpondenz⸗ blatt des Geſammtvereins der deutſchen Geſchichts⸗ und Alterthums⸗Vereine V, 1856, Nr. 2; desgl. die Erwiderung Landaus in demſelben Blatte, 1857, Nr. 5

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