Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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den, die Urkunden ſetzen aber dieſe Orte mit Recht in das Grabfeld. Nach Würdtwein’'s Regiſtern umfaßt das Capitel Geiſa, das die weſtliche Grenze des Tullifeldes ausmachen ſoll, ſolche Orte, die ebenfalls urkundlich im Grabfeld liegen, wie Geiſaha, Taftaha, Soresdorf, Leimbach, Iſanesheim, alles Orte links von der Ulſter. Landau,“) der ohne Rückſicht auf die Urkunden vor⸗ zugsweiſe nach den Dizeſanregiſtern ſeine Gaue conſtruirt, kommt jedoch bei Gelegenheit der Beſchreibung der Mark von Heppenheim mit ſeinen Grundprinzipien in Widerſpruch, wo er es geradezu unbegreiflich findet, wie Alle, welche ſich mit den Gauverhältniſſen der dortigen Gegend beſchäftigt haben, den einheitlichen politiſchen Charakter derſelben überſehen und dieſe Mark nach den„kirch⸗ lichen Abtheilungen“ unter drei verſchiedene Gaue vertheilen. Die Mark Heppenheim liegt im Rheingaue nach der Urkunde von 773; nach den kirchlichen Eintheilungen kommt die öſtliche Hälfte zum Maingau, die anderen Theile an den Rhein⸗ und den Lobdengau.

Das Breviarium St. Lulli enthält ein Verzeichniß der Güter des Kloſters Hersfeld; dasſelbe ſtammt aus dem Anfange des 9. Jahrhunderts. Es führt als im Heſſengau gelegen auf: Treiſe, Groſiun und Warahaz es ſind dies Treiſa an der Schwalm und das eine Stunde davon entfernte Dorf Wiera, Amt Ziegen⸗ hain. Nach den geiſtlichen Regiſtern wird es aber zum Archidia⸗ konat St. Stephan in Mainz gerechnet. Dasſelbe iſt mit Willichashuſon(Willingshauſen bei Treiſa) der Fall; das⸗ ſelbe liegt ebenfalls im Heſſengau nach der Urkunde ²) und nach den geiſtlichen Regiſtern gehört es zum Archidiakonat St. Stephan in Mainz. Man erſieht hinreichend aus dieſen Beiſpielen, wie wenig allgemein durchgreifend die Anwendung der geiſtlichen Sprengel auf die Grenzen der Gaue iſt. Auch Wenck kann ſich dieſen beſtimmten Thatſachen nicht verſchließen und nimmt an, daß erſt ſpäter eine kirchliche Veränderung eingetreten ſei. Die Kirche zu St. Stephan war erſt am Ende des 10. Jahrhunderts und die Kirche zu St. Johann zu Mainz erhielt erſt am Ende des 12. Jahrhunderts ihr Archidiakonat, alſo in Zeiten, wo die Gauverfaſſung ſchon völlig ihrem Untergange verfallen war. Nach Landau lag die Mark von Flieden im Saalgau; ſie mußte demgemäß zur Diözeſe Würz⸗ burg gehören; thatſächlich gehört ſie aber zu Mainz. Wir werden

¹) Territorien, S. 130. 2²) Wenck, II, 413.