Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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welcher geeignet iſt, den Dienern Gottes zur Wohnſtätte zu dienen, denn mächtig iſt der Herr, ſeinen Dienern eine Stätte zu bereiten in der Wüſte!“ entlaſſen, zieht Sturmi mit drei Gefährten in die Ein⸗ öde,„in welcher ſie faſt nichts als Himmel und Land und ungeheure Bäume erblickten.“ Der erſte Platz, den ſie fanden, war die Gegend, die jetzt, d. i. zur Zeit, wo Eigil ſchrieb, alſo zur Zeit der erſten Reiſe Sturmis noch nicht, den Namen Heriulfisfelt führt. Auf dieſer Reiſe wird auch nicht ein einziger Fluß oder Berg, geſchweige denn ein Wohnplatz erwähnt; ja nicht einmal der Namen des Fluſſes Fulda genannt. Erſt auf der zweiten Reiſe wird derſelbe genannt, wobei freilich nicht feſtzuſtellen iſt, ob Sturmi dieſen Namen damals ſchon erfahren hatte oder erſt ſpäter. Das Gleiche gilt, als am drit⸗ ten Tage Sturmi mit ſeinen Gefährten an den Fluß Luodera und dann in eine Gegend Ruohenbach kam. ¹) Auf der dritten Reiſe un⸗ terſuchte nun der eifrige Forſcher mit ſcharfen Blicken die Gegenden, Berge, Thäler, Quellen, Bäche und Flüſſe, und welche Namen gibt er uns dafür? Keine. So kommt er nun auf die alte Handels⸗ ſtraße, da trifft er die erſten Menſchen, handeltreibende Slaven auf der Reiſe von oder nach Mainz; und weiter ziehend ſieht er nichts als Bäume und unbebaute Flächen, und als er ſich wieder der Fulda nähert, da nennt er uns einen dritten Fluß, die Gyſilaha, ²) welche in der Nähe des andern Handelsweges, der vom Grabfelde nach der Wetterau führte, herfloß, und hier erfuhr er nun von einem Rei⸗ ſenden, die Namen der Oerter und Flüſſe, wo ſie ſich gerade befanden. Darunter war denn auch die Gyſilaha, welche in der Nähe dieſer Straße herabfloß, und den alten Namen der Gegend Eihloha und der Straße Ortesſweca, ⁴) und als er nun wieder zurückging durch Gegenden, die ebenfalls unbewohnt und unbebaut waren, kam er an einen Bach, von dem Eigil ſagt, daß er noch bis auf den heutigen Tag die Grezzibach ⁴) heiße. Das ſind alſo auf eine Entfernung von Fritzlar über Hersfeld nach Fulda mit dem Namen

¹) Ruombach, etwa von hruoh, die Krähe, alſo Krähenfluß. Graff, IV, 1149. Andere Formen ſind: ruhunbach, ruhenbach und ruohenbach. Förſtemann, II, 840.

2²) Gisalahha und Gisilaha von dem unbekannten Stamme gisal, etwa vermiſcht mit kisil, alſo Kieſelbach. Förſtemann, II, 641.

³) Ortesswega und Orteswehc. Förſtemann, II, 1177 bringt es zum Stamm ort= margo; die Bedeutung iſt ſchwer einzuſehen.

4) Förſtemann, II, 660 bringt das Wort unter den dunklen Stamm graz, den Namen eines Fiſches, den Weigand im Archive für heſſiſche Geſchichte und Landeskunde 7,264 ahd. chresso, nhd. kresse nennt.