Aufsatz 
Beiträge zur Xenophonlektüre der Obertertia
Entstehung
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zuziehen. Dieselben gewähren Schutz vor der Witterung, Mittel zur Ergänzung und Zube- reitung der Verpflegung wie zum Instandsetzen der Ausrüstung und Bekleidung. Diese Vor- züge werden wohl auch Cyrus bewogen haben, als Unterkunftsort wenn möglich eine υ be.An t Saipy, wie Kolossä, Kelänä, Peltä, Tarsus u. s. w. zu wählen. In diesen wohl- habenden Städten konnten für das stattliche Heer Lebensmittel beschafft werden. Kam man in feindliches Gebiet, so musste der Krieg sich selbst ernähren, wie von der Landschaft, Lykaonien erzählt wird, dass sie den Griechen zur Plünderung preisgegeben worden sei. In Korsote wurde ein dreitägiger Halt gemacht, während dessen sich das Heer verproviantierte, Sxsotrioavro, bevor es den dreizehntägigen Marsch durch die Wüste, ra ,b« Tode an- trat. Dass mit der Schwierigkeit der Verpflegung auch die Preise der Lebensmittel steigen, ist eine Erfahrung, die man heute gerade so gut machen kann wie zu Xenophons Zeiten. ¹) Da Wasser für Mensch und Tier ein unerlässliches Bedürfnis ist, wird die Rücksicht auf sein Vorhandensein in erster Linie bestimmend sein bei der Auswahl eines Biwakplatzes; so er- zühlt Xenophon auch ausdrücklich, dass beim Zuge durch die Wüste am linken Euphratufer die Dauer der Tagemärsche abhängig gewesen sei von dem Vorkommen von Futter für das Vieh und von Wasser für Mensch und Tier, 7 οοςᷣ 55% 7) 5 Oℳv(5. 7), und dass Cyrus nur Halt gemacht habe rιινεειιννοο Bvexe riyoc Od waion(5. 9).²)

Aus der lateinischen Schriftstellerlektüre wissen die Schüler bereits, welche Aufmerk- samkeit Cäsar stets auf die res frumentaria verwandte, und wie er sich bei all seinen Unter- nehmungen stets der Pflicht bewusst war,unausgesetzt für eine gute und reichliche Ver- pflegung seiner Truppen nach Möglichkeit Sorge zu tragen.¹ ³)

Die Schüler können bei einem vergleichenden Hinweis auf heutige Zustände sehr wohl darauf aufmerksam gemacht werden, welche Schwierigkeiten bis auf unsere Zeit die aus- reichende und sachgemässe Verpflegung einer Truppe bietet, besonders wenn, wie in Süd- afrika, ein leichtbeweglicher Feind fortwährend die rückwärtigen Verbindungen bedroht oder gar zerstört, oder wenn, wie in China, die Verkehrsmittel, die Eisenbahnen und Land- und Wasserstrassen noch nicht in solcher Vollkommenheit entwickelt sind, wie wir es in modern verwalteten Staaten gewöhnt sind. Auch kann darauf hingewiesen werden, in welcher Be- ziehung und bis zu welchem Grade die Verwendung der Konserven heutzutage die Verpflegung der Truppen erleichtert und vereinfacht.

Die Marschsicherung scheint ziemlich im argen gelegen zu haben. Wohl war zu- nächst eine unmittelbare Gefahr nicht vorhanden, solange man sich nicht in der Nähe des Feindes befand. Dass aber auch dann eine zuverlässige Aufklärung und eine ausreichende Marschsicherung nicht bestand, ergiebt sich daraus, dass Cyrus mitten in der Nacht eine èéεraci der Hellenen vornehmen musste, weil der Angriff des Königs am nächsten Morgen erwartet wurde. Nun wird das Heer in Schlachtordnung aufgestellt und rückt so, bytsta-ενο ε arsbart, acie instructa würde es bei Cäsar heissen, noch ungefähr 18 Kilometer vor, ohne auf den Feind zu stossen. Deshalb vermutet Cyrus, dass sein Bruder überhaupt auf eine Schlacht verzichtet habe, und gestattet bereits am folgenden Tage dem Heere, ohne jede Marsch-

1) Ein Seitenstück zur Mitteilung Xenophons, welchen Wucherpreis die Griechen auf dem persischen Markt für Gerste und Weizen entrichteten, ist eine briefliche Nachricht meines Bruders aus China, wonach er für eine Büchse mit 6 Frankfurter Würstchen 1 ½ Dollar bezahlen musste. 2) Zum Vergleich mit Xenophons Schilderung der Wüste von Mesopotamien ist unter allen Umständen der Bericht Moltkes über seine Reise mit der Karawane heranzuziehen. Es ist geradezu erstaunlich, wie Moltke auf seinem Zuge im Jahre 1838 fast genau dieselben Wahrnehmungen über Charakter, Fauna und Flora der Wäste macht wie Xenophon.Die Araber allein können in diesen Regionen leben; sie allein kennen die Weideplätze und die versteckten Brunnen der Wüste.(Briefe aus der Türkei. S. 246) 3) Felddienstordnung Nr. 280.

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