Aufsatz 
Pilzkrankheiten doldenblütiger Gemüsepflanzen. Mit 1 Tafel und 7 Zeichnungen im Text
Entstehung
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kleinen Abweichungen in diesem Punkte keine große Bedeu- tung haben. Der Blattpilz und der Stengelpilz der Petersilie sind fast völlig übereinstimmend.

Die Reinkulturen.

Es galt nun, das Verhalten der drei Pilze in den Rein- kulturen zu untersuchen. Es bedarf nicht der besonderen Er- wähnung, daß diese auf demselben Nährboden und unter glei- chen Bedingungen angelegt werden müssen, falls ein Vergleich überhaupt Wert haben soll. Denn derselbe Pilz zeigt auf ver- schiedenen Nährböden häufig ein ganz abweichendes Verhalten. Inwieweit die Reinkulturen von Pilzen zu Schlüssen über ihre natürliche Verwandtschaft herangezogen werden dürfen, darüber sind bei der kleinen Zahl der bisher gemachten Beobachtungen die Anhaltspunkte sehr gering. Immerhin sind solche vorhanden. Vor allem scheint aus gewissen Untersuchungen¹) hervorzugehen, daß die Färbung des Mycels für die Art eigentümlich ist. Auch die Entwicklung des Luftmycels, die bei den einzelnen Ver- tretern der Fungi imperfecti ganz verschieden ist, bei einzelnen fehlt, bei anderen spärlich entwickelt ist und bei wieder anderen in dichtem Flaum die Kulturen überzieht, sowie die Bildung von Pykniden können unter Umständen diagnostisch verwertet werden.

Reinkulturen meiner drei Pilze gelangen verhältnismäßig leicht. Die oben erwähnten Sporenranken lieferten beinahe immer fast ganz reines Ausgangsmaterial. Als Nährböden benutzte ich Auszüge von Sellerie-, Petersilie- und Möhren- blättern, die mit Agar-Agar versetzt wurden. Auch sterili- sierte Stengelstücke von Petersilie und Möhre waren ge- eignet. Die Ranken wurden mit einer sterilisierten Platinöse in einen Tropfen Wasser übertragen, wo die Sporen sofort auseinanderwichen, das Material unter dem Mikroskop auf seine Reinheit geprüft und dann ein Teil der in großen Mengen vor- handenen Sporen auf der geneigten Fläche des in ein Reagenz- glas eingefüllten Nähragars ausgesät. Auf diese Weise erhielt man in vielen Fällen ohne weiteres reine Kulturen. Hat man einmal eine Reinkultur, so lassen sich auf einfache Weise be-

¹) Vgl. A. Potebnia, Mykologische Studien, Ann. Mycologici, vol. V, Nr. 1, 190/, S. 8.