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II. Auszüge aus den Verfügungen der vorgesetzten Königlichen Behörden.
1. Rescript Königlichen Provinzialschulcollegiums vom 28. März 1874, betreffend die Erweiterung des Progymnasiums zu einem Gymnasium von Ostern an, sowie die Besetzung der Oberlehrerstellen durch Ernennung des Rectors Hetzel in Limburg zum ersten, des Oberlehrers Kuhse in Lyck zum zweiten und des Conrectors Friedemann dahier zum dritten Oberlehrer.
2. Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 28. Mai, wonach dem Gymnasiallehrer Dr. Braun die Uebernahme der Stelle eines städtischen Schulvorstandes gestattet wird.
3. Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 10. Juni, die Ernennung des Rectors zum Gymnasialdirector betreffend.
4. Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums ejusdem, die Beförderung der Gymnasial- lehrer Kegel, Dr. Braun und Bielefeld betreffend.
5. Erlass des Königl. Cultus-Ministeriums vom 11. Juni 1874, in welchem die Ergeb- nisse der zu Dresden im October 1872 abgehaltenen Conferenz zur Nachachtung mitgetheilt werden bezüglich einheitlicher Einrichtung der höheren Schulen des Deutschen Reiches, insbesondere eines einheitlichen Verfahrens bei der Maturitäts- prüfung.
6. Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 21. August, die Sedanfeier betreffend.
7. Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 8. Januar 1875, wonach aus den Schulgeldmehreinnahmen des Jahres 1874 600 Thaler für die Bibliothek und 170 Thaler für das physikalische Kabinet verwendet werden sollen.
8. Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 5. Februar 1875, die Besetzung der vierten Gymnasiallehrerstelle durch den Gymnasialhülfslehrer Hirschberg in Salz- wedel betreffend.
III. Chronik des Gymnasiums. Der neue Cursus wurde am 15. April eröffnet; zugleich wurde Oberlehrer Kuhse*) in sein Amt eingeführt. Am 23. April, dem Säculartag der Reorganisation der lateinischen Schule zu einem academischen Pädagogium, wurde das Gymnasium durch einen Actus feierlich eröffnet. Die Festrede hielt der Director.
*) Wilhelm Kuhse wurde am 27. December 1822 im Dorfe Brechen bei Gützkow a. d. Peene in Pommern geboren. Nachdem er das Gymnasium zu Greifswald von Quarta ab besucht und daselbst im Jahre 1842 das Abiturienten-Examem bestanden, studirte er in Greifswald Mathematik und Naturwissenschaften und wurde im Sommer 1846 pro facultate docendi geprüft. Darauf war er als Hülfslehrer provisorisch beschäftigt am Greifswalder Gymnasium von 1847— 52, sodann an der Provinzial-Gewerbe-Schule zu Stral- sund von 1852—53. Seit dem 1. April 1853 war er ordentlicher Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Culm in Westpreussen, und wurde im April 1858 von dort an das Königl. Gymnasium zu Lyck in Ostpreussen berufen, an dem er 16 Jahre thätig war. Am 15. April 1874 trat er als zweiter Oberlehrer am hiesigen Gymnasium ein.


