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2. Deutsch. 3 St. Lesen und Erklären deutscher Musterstücke aus Viehoff's Lesebuch, na- mentlich die Gedichte Schiller's aus dem griechischen Sagenkreise, der Spaziergang, die Glocke. Die bedeutendsten Balladen von Schiller, Goethe und Uhland. Im Winter: Aphoristische, Lectüre von Schiller's Wilhelm Tell. Im Sommer: Lectüre von Goethe's Hermann und Dorothea. Im An- schlusse an die Lectüre literarhistorische Mittheilungen und das Wichtigste aus der Poëtik. Disposi- tionsübungen, freie Vorträge und Deklamationen. Alle 3 Wochen ein Aufsatz.
Themata für die Aufsätze: 1) Die Pietät gegen das Alter.— 2) Das Siegesfest von Schiller, nach Idee und Inhalt, mit besonderer Berücksichtigung des homerischen Sagenkreises. 3) Der Dichter, ein Freund der Götter und der Menschen.— 4) Rede des Arminius vor der Schlacht im Teuto- burger Walde.— 5) Warum verdient der Frankenkönig Karl den Beinamen des Groszen?(Klassen- aufsatz.)— 6) Der Ideengang im Spaziergange von Schiller.— 7) Werner von Attinghausen, eine Charakteristik nach Schiller's Tell.— 8) Die Exposition in Wilhelm Tell.— 9) Das Leben eines Kanarienvogels, von ihm selbst erzühlt.— 10) Wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt sich.(Klassenaufsatz.)— 11) Die Oertlichkeit in Hermann und Dorothea.— 12) Eine freie Ueber- setzung aus Wash. Irving's Rip van Winkle. Der Ordinarius.
3. Latein. 4 St. Wiederholungen aus der Formenlehre und Syntax. Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische. Sallustius de Catilinae conjuratione. Memoriren einzelner Ca- pitel aus Sallust. Extemporalien und alle 8 Tage ein Pensum zur Correctur. Mündliche und schrift- liche Uebersetzungen aus Ostermann's Uebungsbuch für Tertia.
1 3 St. Dr. Brüggemann. 1 St. Der Director.
4. Französisch. 4 St. Wiederholung und Beendigung der Syntax nach Plötz' Schulgram- matik. Gelesen wurde zunächst Frédéric le Grand par Paganel; sodann aus Nouvelles Genevoises par Toepf- fer, Le Col d'Anterne und Le Lac de Gers. Retroversion des Uebersetzten und Sprechübungen. Memo- riren practischer und prosaischer Musterstücke. Extemporalien und Dictate. Mündliche und schriſt- liche Uebersetzungen aus Grunert I. Abth. Alle 14 Tage eine Arbeit zur Correctur.
1 Der Ordinarius.
5. Englisch. 3 St. Wiederholung und Erweiterung der Formenlehre nach Degenhardt I. Die wichtigsten Regeln der Syntax nach Sonnenburg II. und den Anmerkungen zu Grunerts deutschen Musterstücken. Aus Abtheilung I und II von Grunert wurde mündlich und schriftlich übersetzt. Gelesen wurde im Winter aus Shakespeare's Tales by Lamb und im Sommer aus dem Sketchbook von Wash. Irving. Im Uebrigen wie im Französischen. Der Ordinarius.
6. Geographie. 1 St. Geographie der auszereuropäischen Erdtheile, Repetition der Geo- graphie der europtischen Länder, hauptsächlich Deutschlands und Preuszens. Der Ordinarius. 7. Geschichte. 2 St. Geschichte des Mittelalters bis auf Rudolf von Hahsburg. 1„ Der Ordinarius.
8. Naturwissenschaften. Im Ganzen 6 St. A. Naturgeschichte. 2 St. Zoologie und Botanik. Systematische Uebersicht des Thierreiches mit besonderer Rücksicht auf die innere Organisation. Morphologie und Anatomie der Pflanzen. 1. Heis
Im Winter: Bode. Im Sommer: Hoffmann.
B. Naturlehre. ¼) Physik. 2 St. Allgemeine Eigenschaften der Körper. Die Lehre vom Gleichgewicht und der Bewegung der Körper. Luftdruck. Wärme. 9
Im Winter: Pfarrius. Im Sommer: Hiecke.
H) Chemie und Mineralogie. 2 St. Die Metallorde und deren wichtigste Verbindungen. Die hierher gehörigen Mineralien wurden vorgezeigt und besprochen; Systemkunde. Stöchiometrische Aufgaben nach Lorscheid. Im Winter: Pfarrius. Im Sommer: Hoffmann.
9. Mathematik. 4 St. a) Geometrie, Repetition des früher Gelernten. Verhältaisse
geradliniger Figuren. Vielecke. Die Kreisrechnung nach Boyman I. Stereometrie nach Boymann II. Im Winter: Pfarrius. Im Sommer: Bode.
6) Algebra. Lehre von den Potenzen, Wurzeln, Logarithmen. Gleichungen des zweiten „Grades. Aufgaben nach Heis. Im Winter: Pfarrius. Im Sommer: Hiecke. 10. Rechnen. 1 St. Wechsel-, Effecten- und Contocorrentrechnung. Bode.


