Vorbemerkung. Da die Ausführung der von anderer Seite zu liefernden wiſſenſchaft⸗ lichen Abhandlung, die für das Programm beſtimmt war, auf Hinderniſſe geſtoßen iſt: ſo mögen die nachſtehenden Reden, welche bei feſtlichen Veranlaſſungen im hieſigen Gymnaſium gehalten worden ſind, deren Stelle vertreten. 1—
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Rede zur Feier des fünßigſten Gedenktags der Schlacht bei Leipzig, gehalten am 17. Oktober 1863.
Nichts iſt mehr geeignet, den Gedanken, Gefühlen und Beſtrebungen, welche das Herz des Menſchen bewegen, Kraft und Zuverſicht zu geben, als die Ueberzeugung, daß wir nicht allein von denſelben erfüllt ſind, ſondern ſie mit vielen weiſen und edlen Menſchen theilen, daß unſere Umge⸗ bung, unſere Freunde und Standesgenoſſen, unſere Mitbürger, unſer ganzes Volk mit uns zuglei davon innig ergriffen und durchdrungen ſind. Es iſt dann nicht mehr unſere kleine, engbegrenzte Perſon mit ihren zufälligen Neigungen und Intereſſen, wofür wir hoffen oder fürchten, Freude oder Schmerz empfinden: das Wohl oder Wehe vieler Tauſende ſchließen wir in unſere Theilnahme ein und hören den ſchwachen Ausdruck unſeres Gefühls in den Chor tauſendfältiger Stimmen mit hinein⸗ klingen. So iſt es auch mit der Feier, die wir heute vorbereiten: nicht auf eine Familie, nicht auf
unſere Schule oder unſere Stadt, nicht einmal auf den Staat, welchem wir angehören, iſt ſie ein⸗


