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um einen vierteljährigen Urlaub zu bitten; ſodann Oberlehrer Leitner, der durch eine achtwöchige militäriſche Ubung behindert war, hier ſein neues Amt, in das er vom 1. April berufen war, anzutreten, und endlich Oberlehrer Moldaenke, den perſönliche Verhältniſſe— zum Glück nur einige Tage— ſeinen amtlichen Pflichten entzogen.
Am erſten Schultage wurde Herr Stritzelu) in ſein Amt eingeführt. Er war von einer hieſigen Volksſchule an das Gymnaſium vom 1. April ab als techniſcher Lehrer berufen worden.
Die Schwierigkeit, welche die Abweſenheit einiger Herren für die planmäßige Erteilung des Unterrichts verurſachte, war die vorgeſetzte Behörde durch Überweiſung von Vertretern zu heben nicht in der Lage, ihr wurde, auch als ſie ſich im Laufe des erſten Vierteljahres durch vereinzelte Erkrankungen und andere Behinderungen noch ſteigerte, einigermaßen abgeholfen durch Zuſammenlegen der beiden Obertertien und durch Einſchränkung des Turnunterrichtes. Auch fand ſich Herr Kaplan Dannelautzki im Mai und Juni zur Zeit der höchſten Not bereit, eine Reihe von Unterrichtsſtunden zu übernehmen, wofür ihm an dieſer Stelle der beſte Dank ausgeſprochen wird.
3 Am 7. Juni wurde Herr Oberlehrer Leitner’), nachdem er von ſeiner militäriſchen Übung zurückgekehrt war, in ſein Amt eingeführt.
Vom 1. Oktober ab wurde der Kandidat des höheren Schulamts Herr Lange) nach Beendigung ſeines Probejahres an der hieſigen Anſtalt feſt angeſtellt.
Zu Oſtern dieſes Jahres ſcheidet von der hieſigen Anſtalt nach fünfjähriger er⸗ folgreicher Tätigkeit an ihr Herr Oberlehrer Piontkowski, indem er einem Rufe an die Realſchule zu Dortmund folgt. Die beſten Wünſche von hier begleiten ihn nach dem neuen Orte ſeiner Wirkſamkeit.
Außer den im Eingange erwähnten Schwierigkeiten brachte das Jahr in ſeinem Verlaufe noch Störungen mancher Art. So waren Herr Profeſſor Joſupeit im April und Herr Eichholz im Oktober zur Teilnahme an einer Sitzungsdes Schwurgerichts
¹) Heinrich Stritzel, geboren den 13. Mai 1866 zu Schönlinde, Kr. Heiligenbeil,ſbeſtand nach ſeiner ſeminariſtiſchen Vorbildung die beiden Volksſchullehrerprüfungen im Mai 1888 bezw. 1892 und eine Prüfung in Muſik am 25. September 1896, trat in den öffentlichen Schuldienſt am 1. Juni 1888 und war vonndieſer Zeit bis zum 1. April 1901 an der Kirchſchule zu Ruß, von da bis 31. März 1906 an einer Volksſchule in Tilſit als Lehrer tätig. Zum 1. April 1906 wurde er als techniſcher. Lehrer am Gymnaſium angeſtellt.
²) Wilhelm Leitner, geboren den 23. November 1876 in Goldap, beſuchte das Königliche Gym⸗ naſium in Inſterburg und Danzig, wo er Michaelis 1897 das Zeugnis der Reife erlangte. Von 1897 bis 1902 ſtudierte er an der Königlichen Albertus⸗Univerſität in Königsberg Geſchichte und Erdkunde. Nachdem er am 26. April 1904 die Staatsprüfung beſtanden hatte, abſolvierte er das Seminar⸗ und das Probejahr am König⸗ lichen Friedrichs⸗Kollegium zu Königsberg. Oſtern 1906 wurde er am Königlichen Gymnaſium in Tilſſit angeſtellt.
3) Hermann Lange, geboren am 26. März 1880 zu Hannover, genoß ſeine Schulbildung auf den Gymnaſien zu Wandsbeck, Neumünſter, Hildesheim und dem Altſtädtiſchen Gymnaſium zu Königsberg i. Pr. Von der letzteren Anſtalt wurde er am 22. März 1898 mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen. Er ſtudierte in Königsberg Mathematik, Phyſik und Erdkunde und beſtand am 18. Juli 1903 die Staatsprüfung. Sein Seminar⸗ jahr leiſtete er zum Teil am Wilhelmsgymnaſium in Königsberg ab, den Reſt ſowie das Probejahr an der hieſigen Anſtalt.


