Aufsatz 
Euricius Cordus. Eine biographische Skizze aus der Reformationszeit
Entstehung
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Erſtes Kapitel. Cordus Abkunft, Knaben⸗ und Jünglingsjahre.

Da wo die Lahn ihren öſtlichen Lauf durch eine ſcharfe Biegung nach Süden wendet, fließt ihr von Norden her aus dem heſ⸗ ſiſchen Burgwalde, der hier das Lahn⸗ und Eddergebiet ſcheidet, ein kleiner Bach, die Wettſchaft, von den heſſiſchen Dichtern des 16. Jahrh. Bestavat genannt, zu. An dem rechten Ufer derſelben ziehn ſich längs eines Bergrückens, etwa in der Mitte zwiſchen Marburg und Frankenberg, drei kleine Dörfchen hin, Ober⸗, Mittel⸗ u. Unterſimtshauſen. In einem derſelben (nach einer unſichern Ueberlieferung in Oberſimtshauſen) ²* wurde

¹) Ohne Zweifel eine freie Umbildung des deutſchen Namens. Sonder⸗ bar iſt die Ableitung von vetusta adua bei Mahrdt u. Plitt, Nachrichten der oberheſſ. Stadt Wetter, Frankf. 1769 im Anf. ²) So Wieg. Kahler, vita Eur. Cordi, Rinteln 1744, p. 11. Nach Kahler zeigte man noch zu ſeiner Zeit das angebliche Geburtshaus des Cor⸗ dus. Die Epigramme des Cordus nennen ſeine Heimat Simesusae, ohne zu unterſcheiden. Epigr. de patria sua(opp. Cordi ed. Luders, Helmſt. 1614) I. V, p. 322: Francobergiaca Marpurgum forsan ab urbe Iam medium faciens siste viator iter Sparsaque sub dextro magalia respice monte, Quae gelidis parvus Bestava lambit aquis. Appellat veteris Simesusas nomine pagi, Proxima qui circum rura colonus arat.