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in der Mark. Nach einer dreijährigen Wirksamkeit daselbst ward er Ostern 1854 dem hiesigen Gymnasium beigegeben.
Otto Friedrich Wilhelm Franz Witzel wurde am 30. August 1829 zu Dillich geboren. In den Anfangsgründen sowohl der alten Sprachen, als auch der ge- wöhnlichen Schulwissenschaften von seinem Nater unterrichtet, besuchte er das Gymna- sium zu Hersfeld von Ostern 1843 bis Ostern 1847, und widmete sich, nach bestandener Prüfung der Reife, der Theologie und Philologie in Marburg. Nachdem er im März d. J. 1851 die Prüfung für Bewerber um ein Lehramt an Gelehrten-Schulen absolvirt hatte, wurde er im Herbste desselben Jahres als Praktikant am Gymnasium in Cassel zugelassen. nach beendigtem Probejahre jedoch mit Versehung einer Lehrerstelle am Progymnasium in Schmalkalden beauftragt, und Ostern 1854 an das hiesige Gymnasium als beauſtragter Lehrer versetzt.
Die Pfingstferien dauerten vom 3—8 Juni, die Sommerferien vom 3—24 Inli.
Am 20. August feierte das Gymnasium das Geburtsfest Sr. Königl. Hoheit des Al- lerdurchlauchtigsten Kurfürsten in voller Versammlung. Die Festrede hielt der ordent- liche Gymnasiallehrer Dr. Feussner.
Zur Maturitätsprüfung, deren schriftlicher Theil in den Tagen vom 28. August bis 1. September, der mündliche jedoch am 8. September vollzogen wurde, waren 2 Inländer, nämlich Heinrich Diedelmeier aus Oldendorf, 5 ½ Jahr Schüler des Gymnasiums, 1 ½ Jahre Schüler der Prima, durch Conferenzbeschluss des Lehrercollegiums ausnahmsweise und in Gemässheit mit§. 1 der Maturitätsordnung; und Heinrich Hoyer von hier, welcher das hiesige Gymnasium von Ostern 1843 bis Michaelis 1847 besucht, hierauf als Pharmaceut die Prüfung vor Kurfürstl. Ober Medicinal Collegium in Cassel im Jahr 1851 mit günstigem Erfolge bestanden hatte, nach Beibringung von Zeugnissen, die den Forde- rungen des§. 3 der Maturitätsordnung entsprachen, zugelassen worden.
Nach Beendigung der nicht öffentlichen Herbstprüfungen in sämmtlichen Klassen am 18. und 20. September traten die Michaelisferien ein.
Der Wintercursus begann, nach Prüfung der zur Aufnahme Angemeldeten, am 10. October.
Am 5. November feierten Lehrer und Schüler in Gemeinschaft das heilige Abendmahl.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. December des alten, bis zum 4. Januar des neuen Jahres.
Nach Wiederöffnung der Schulen meldeten sich 3 Inländer um Zulassung zur Ma- turitätsprüfung, und zwar Heinrich Mergard aus Cassel, welcher sich der Chirurgie in Marburg gewidmet; Gustav Friedrich Brunner aus Gudensberg, welcher, nach Besuch der Gymnasien in Cassel und Marburg, 2 Jahr lang in Marburg und 3 Semester hindurch in Würzburg Medicin studiert; und Carl Witzel aus Sontra, welcher, nach Beendigung des zweijährigen Cursus in der Prima des Gymnasiums zu Cassel, sich eine Zeit lang der


