Aufsatz 
Kanon zum Erlernen der Geschichtszahlen / von Hermann Deskau
Entstehung
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Kanon zum Erlernen der Geschichtszahlen. Von Herm. Deskau.

Vorbemerkungen.

In der Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums für Hessen-Nassau vom 7. Mai 1889(No. S. 2285) wird für den Geschichtsunterricht an Realschulen

unter II, 3 bestimmt:

Ueber die in den Klassen IV I zur festen Aneignung zu bringenden Ge- schichtszahlen ist ein etwa 400 Zahlen umfassender, auf die einzelnen Klassen verteilter Kanon aufzustellen.

In nachfolgender Geschichtstabelle ist nun der Versuch gemacht worden, auf Grund einer von den betreffenden Fachlehrern unserer Anstalt getroffenen Vereinbarung einen solchen Kanon zusammenzustellen. Derselbe soll also nur Zahlen enthalten, die der Schüler auswendig lernt, und deren Kenntnis sein geistiges Eigentum bleiben soll. Die unserem Lehrbuch für Geschichte(J. C. Andrä, Grundriſs der Weltgesch.) beigegebene Zeittafel konnte, schon ihrer rein chronologischen Anlage wegen, uns eine solche Tabelle nicht ersetzen. Für das kommende Schuljahr könnte also nach- folgender Entwurf als Ersatz benutzt werden.

Der Kanon enthält, wenn man jede Doppelzahl(z. B.500 449. Die Perser- kriege¹) als zwei zu erlernende Zahlen rechnet:

Für Quarta(IV)........ 79 Zahlen

Tertia(III)......... 114

Sekunda(II)......... 130 1

Prima(I2).. 76 im Ganzen... 399 Zahlen.

Für die Quarta ergiebt sich, dem Unterrichtsgange gemäls, eine Scheidung in Geschichte der Griechen und inRömische Geschichte. Im Kursus für Sekunda empfiehlt es sich wohl, zuerst die Zahlen der allgemeinen deutschen Geschichte, etwa bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, und dann die wichtigsten Daten der branden- burgisch-preufsischen Geschichte im Zusammenhang lernen zu lassen. Auch die Ein- richtung unseres obenerwähnten geschichtlichen Lehrbuches gebot diese Scheidung. Unter C sind dann für Sekunda die wichtigsten Daten aus der Geschichte der aufser- deutschen Staaten zusammengefaſst, genau genommen hauptsächlich nur aus der französischen und englischen Geschichte. Es ist ja, abgesehen von der allgemeinen Wichtigkeit der Kulturentwicklung dieser beiden Völker, eine etwas genauere Kennt-