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Chlorbarium iſt ein Reagens auf Schwefelſäure und deren ge⸗ löſte Salze. Die Reaktion läßt unbeſtimmt, ob freie Säure oder ein Salz derſelben oder ob beide vorhanden waren.
Ebenſo gibt NOAg nicht bloß mit CIH, ſondern auch mit allen gelöſten Chloriden einen Niederſchlag von AgCl,
(NO,)Ag+ NaCl= AgOl+(NO) Na.
Eine Höllenſteinlöſung iſt ein Reagens auf Salz⸗
ſäure und deren gelöſte Salze.
Allg. Darſtellung der unlösl. Salze.
Regel: Ein unlösl. Salz wird dargeſtellt, indem man irgend ein gelöſtes Salz ſeiner Säure mit irgend einem gelöſten Salz ſeines Metalls zuſammenbringt.
Später werden wir ſehr viele Beiſpiele hierfür kennen lernen; deshalb ſei jetzt nur die Darſtellung der Kreide CO; Ca, durch Zu⸗ ſammenbringen irgend eines gelöſten Karbonates mit irgend einem gelöſten Ca⸗ſalz, erwähnt. Wir wählen Pottaſche COzKa oder Soda CO3Naa und CaCla oder(NO)eCa,
(COz)Na⸗+ CaCl.=(C03)Ca+ 2 NaCl, (CO.) K.+(NOs)⸗ Ca=(C03) Ca+ 2(NOs) K.
3. Wechſelzerſetzungen der Salze und Baſen.
Darſtellung der unlösl. Metallhydroxyde.
Regel: Ein Salz und eine Baſe im gelöſten Zuſtande zerſetzen ſich wechſelſeitig, wenn dabei eine unlösl. Baſe möglich iſt.(Die Bildung eines unlösl. Salzes iſt ſelten und unwichtig.)
Kalilauge KOH erzeugt in einer nicht allzuverdünnten CaCla⸗ löſung einen weißen Niederſchlag von ſchwer lösl. Calcium⸗ hydroxyd Ca(OH)⸗,
CaCl+ 2 K0OH)= Ca(OH),+ 2 KCl.
Ähnliche Niederſchläge erzeugt K0H oder NaOH mit allen Salzen, ausgen. die der K⸗gruppe. In einer Mg⸗löſung entſteht ein weißer Niederſchlag, in einer Fe⸗löſung ein brauner und in einer Cu⸗löſung ein blauer Niederſchlag.
MgCl,+ 2 KOH= Mg(OH),+ 2K0!, FeCl+ 3 KOH= Fe(OH),+ 3 KCl, (SO0Cu † 2 KOH= Cu(OH),+(809) K..
Regel: Die von Mg an unlösl. Metallhydroxyde erhält man durch Fällen eines gelöſten Salzes mit⸗ telſt Kali⸗oder Natronlauge.
Jedes Metallatom bindet ſoviel Hydroxylgruppen, als es Wertig⸗ keiten beſitzt. Alſo: 1.
KOH, NaOH AÄtzkali, AÄtznatron; lösl. Ca(OH), Atzalk; ſchwer lösl.


