Aufsatz 
Museum und Schule : 2. Teil
Entstehung
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Wandſchrank s: oben Sigillata mit Verzierung in Bar⸗ botinetechnik. Nachahmung von Glasgefäßen mit aufgeſchmolzener Verzierung, z. T. auch von getriebenen Metallgefäßen. Wurde ſchon in ſpätauguſteiſcher Zeit hergeſtellt. Lezoux, Rheinzabern, Weſterndorf(ſiehe Abb. 13).

Im dritten Jahrhundert hört die Reliefkeramik im allgemeinen auf, und nach dem Ende der Römerherrſchaft wird Spät⸗-La-Toône- Technik übernommen und Sigillata mit eingeſtempelter Verzierung hergeſtellt, die ſich bis in die Merowingerzeit hält.(Wand⸗- ſchrank 7, unten!)

Durch Saal 14 nach Saal 15:

Verwendung der Metallembleme als Orden:

Grabſtein des Centurio Caelius(Vorausnahme der Teuto⸗ burger Schlacht) 46.

über dem Grabſtein: Modell der Lauersforter Phalerge.

Saal 18: Schrank XIV A und Wandſchrank 9 und auf den Wandſchränken: Hildesheimer Silberfunde. War es nun das Tafelgerät des Varus, oder gehörte es zur Beute des Armin, jedenfalls iſt helleniſtiſches Tafelgerät(die ſchöne Athenaſchale!) bis an die Elbe gelangt. Den Weg zeigt der Silberhumpen, der durch ſeine ganze Darbietung ſich als galli⸗ ſche Arbeit erweiſt! Vorbild der Sigillata!

Wandſchrank 9: Sigjlataſchüſſel aus Mitteldeutſchland!

Ergebnis: Helleniſtiſche Kunſterzeugniſſe gelangen durch die Vermittlung der gelehrigen Römer bis in die äußerſten Gebiete des Reiches. Sie werden auf dem Weg nachgeahmt, um⸗ geformt, mit neuen Elementen durchſetzt und überdauern z. T. unter Anpaſſung an die alteinheimiſche Ware den Untergang des Römerreichs..

Ahnliche Themata(Führung oder Schülervortrag):

Die Entwicklung der glaſierten Gefäße in helleniſtiſch⸗römiſcher Zeit; ogl. F. Behn, Kat. II, S. 170 ff.

Römiſche Gläſer aus Deutſchland, nach dem Kulturgeſchichtlichen Weg⸗ weiſer durch das Röm.⸗Germ. Central⸗Muſeum, Nr. 8, von G. Behrens.

46 Text: M. Caelio, T. filio, Lemonia, Bononia Oenturioni legionis XIIX, annorum LIII sem. Cecidit Bello Variano. Ossa inferre licebit P. Caelius, T. filius, Lemonia, frater fecit.

M. Caelius. M. libertus, Privatus wie eben, Thiaminus: Bononia, Bologna, gehörte zur Tribus Lemonia. Der Centurio trägt ferner als Auszeichnungen, außer den phalerae, einen gedrehten Halsring (tordques) und an den Schultern armillac. In der Hand hält er die vitis, das Zeichen ſeiner Würde(Korporalsſtock!). Die Nr. XIIX wurde als Unglückszahl nach der Varusſchlacht im römiſchen Heer nicht mehr be⸗ nutzt(ſiehe C. J. L. XIII, 8648). Vgl. C. Schuchhardt, Vorgeſchichte von Deutſchland, S. 247, Nr. 266 und Abb. 200.