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1. Wandſchränke 1—4: Funde aus den fränki⸗ ſchen Gräbern aus Schwarz⸗Rheindorf: Miſchung römiſch⸗-frän- kiſcher Ware.
2. Wandſchränke 5— 9 bbeſonders die zweite Reihe von unten): Linearverzierte Gefäße aus Wiesbaden, linear- und buckelverzierte Gefäße aus Worms uſw.; erſtere vielleicht bur⸗ gundiſch(Scheidung der burgundiſchen und alamanniſchen Friedhöfe in Worms: Burgunden, Chriſten, alſo in der Nähe der Kirche [Mariamünſter, Volksſage: Grab Siegfrieds!]; Alamannen, Hei⸗ den, weiter weſtlich davon am Bollwerk, wo auch die meiſten Buckelgefäße gefunden wurden).
Betrachten des„Plattengrabs“(Skramaſax ſtatt Schwertl). Im Anſchluß kurze Beſchreibung des„burgundiſchen“ Platten⸗ grabes aus der Greiffenklauſtraße(gegenüber dem Realgymna⸗ ſium), außerhalb der ſpätrömiſchen Stadtmauer, nahe der römiſchen Hafenſtraße, abweichende Beſtatkungsweiſe: ohne Schwert, pfeil⸗ gefüllter Köcher— vgl. die Nachbildungen im Saal 27!— ſilber- eingelegtes Meſſer, Platten mit Kreuzzeichen(Abb. im Schrank), um 411, als Guntiariusnt dem Jovinus nach Mainz zu Hilfe kam!
Hinweis auf den Grabſtein von Niederdollen- dorf(Holzſchnitztechnik) ⁴².
Wandſchrank 13, unten: Hozzteller, Holzflaſche(ſ. d. Grabſtein!) und geſchnitzter Raubvogelkopf aus Oberflacht. (Attilas perſönliches Tafelgeſchirr nach Priscus.)
Saal 25, an der Wand zwiſchen den Fenſtern:
3. Beſtattungsart: Totenbaum von Oberflacht(noch heuke Bezeichnung des Sarges in dieſer Gegend!). Eichenholz, Tier⸗ bilder auf dem Deckel bei Männergräbern. Köpfe gleichzeitig Handhabe(Eber des Fro? oder Schlangen? Hausdachl!).
pꝓult 14. Typiſche nach Stämmen getrennte Funde: gok.⸗ alaniſch: Frauenſchmuck von Wolfsheim mit Stempel auf dem An⸗ hänger„Artchſchakar“(geſt. 241) und Münze des Kaiſers Valens (364/378, Schlacht bei Adrianopell), alſo Zeikſtellung?— Morgen⸗ ländiſcher Einfluß, Oſt—Weſtverkehr.
parallelen: Waltherlied, Aetius als Geiſel am Hunnen⸗ hof— hier ein Zug auch nördlich der Alpen.
41 Beachte die vielen heutigen Namen bei Worms, die an das Burgundenreich zu erinnern ſcheinen: Gundersheim, Guntersblum, der Familienname Hagen und das Kittergeſchlecht der Volker in Alzey.
42 Vgl. Albr. Haupt, Die älteſte Baukunſt uſw., S. 67 ff., mit zahl⸗ reichen Quellen und Beiſpielen.


