Aufsatz 
Über die Legionen, welche in Obergermanien standen / K. Klein
Entstehung
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IEGlo TIlI AUGUSIA.

Schon bei Caesar wird häufig die achte Legion erwähnt, auch Antonius hatte eine achte Legion ⁶³); die einzige aber, welche mit dieser Zahlbezeichnung unter den Kaisern vorkommt, wurde von Augustus errichtet, wie der Beiname zeigt. Bei seinem Tode stand sie in Pannonien, hier war sie damals die Veranlassung des Aufstandes gegen Tiberius, sie kehrte jedoch, besonders weil eine Mondsfinsterniss eintrat, zuerst wieder zu ihrer Pflicht zurück(Tac. ann. I. 15 ff.). Unter Nero kam sie nach Mösien. Bei den Unruhen nach dem Tode desselben erklärten sich die dortigen Legionen (III Gallica, VII Claudia, VIII Augusta) für Otho; sie kamen aber zu der Schlacht gegen Vitellius zu spät(Tac. hist. II. 85.); daher sie bald zu Vespasianus übergingen und in der Schlacht bei Cremona den Sieg entscheiden halfen(III. 21, 26.). Nachdem die Ruhe in Italien hergestellt war, wurde die VIII wie andere wegen der Bataver Empörung nach Niedergermanien geschickt(IV. 68). Wahrschein- lich erhielt sie nach Beendigung des Krieges in Obergermanien an der Stelle der aufgelösten IIII Macedonica ihr Standquartier; hier blieb sie so lange wir noch Nachrichten von ihr haben, d. h. fast 300 Jahre.

Es gab sonst keine Legion dieser Zahl; sie hatte ausser Augusta die Beinamen pia fidelis constans, Commoda ⁶4), Antoniniana, Severiana, Alexandriana. In Mainz scheint diese Legion sich nicht aufgehalten zu haben, indem die paar Steine, die sich von ihr vorfinden, kein Beweiss hierfür sind; namentlich hat sie keinen Grabstein dahier ninterlassen. Ueberhaupt sind diesseits des Rheins nicht gerade viele Spuren von ihr übrig, nicht einmal in Strassburg, wiewohl wir wissen, dass sie schon vor dem zwei- ten Jahrhundert dort ihr Standlager hatte; dagegen im Decumatenland finden sich überallhin die Denk- mäler derselben zerstreut, nicht selten mit Jahreszahlen, woraus hervorgeht, dass sie an 100 Jahren dort zur Besatzung und Vertheidigung diente.

Die Denkmäler dahier sind eine Ara vom J. 223, zwei Fragmente, wovon eines vom J. 192, dann einzelne Stempel(vergl. Zeitschrift I. 5; 2; 18;3 55 und 60; die zwei ersteren ⁶5) in der Sammlung des Vereins); in Kastel ein Denkstein vom J. 213(jetzt im Darmstädter Museum, Walther, das Grossh. Museum in Darmst. S. 31); ein verlorener Grabstein von Weisenau(Lehne 170).

Diesseits sind weiter bekannt das Fragment einer Ara vom Jahr 205 aus Niederbronn und eine Ara in Pont à Mousson.(Die Inschriften von Genf gehöõren nicht gerade hierher.) Die Altäre im jenseitigen Lande sind aus den Jahren 148(Böckingen), 179(Olnhausen), 191(Aschaffenburg), 213 (Heddernheim), 220(Cannstadt); solche ohne Jahreszahlen finden sich in Waldbullau, Böckingen und Pforzheim. Nur in Wiesbaden wurde bis jetzt ein Grabstein entdeckt; Bausteine in Liebach, Oehringen, Osterbureken; Ziegel oder Backsteine aber an vielen Orten, namentlich in Baden-Baden, Osterburcken, Oehringen, Königshofen, Rottenburg, Friedberg, Butzbach, Nidda, Wiesbaden, Niederbieber, Neuwied (Cleve, Xanten, Trier; andere Denkmäler finden sich am Niederrheine nicht).

63) Vergl. b. Gall. II. 23; b. civ. I. 18 u. s. w.; die letztere stand in Cyrenaica während der Schlacht bei Actium, Eckhel VI. 48; nachher scheint sie nach Berytos gekommen zu sein, Eckh. III. 356; Strab. XVI. 2, 19. 8

64) Diese letztere erhielt sie unter Commodus durch Entsatz des Ortes Novia, dessen Lage man nicht kennt, Gr. 3714; Lehne 19 bezieht dies auf den Aufstand des Maternus(Herodian I. 10), wornach die Stadt in Gallien zu suchen sei.

65) Auf beiden sind die Namen der Kaiser Severus Alexander und Commodus vertilgt. Die letztere Ara erwähnt, wie es scheint, 6 Legionen, von denen jedoch nur die VIII Aug. gewiss ist; doch kann man die andern zwei, welche damals noch in Obergermanien standen, die Xl und XXII in den Resten wohl finden, die von Untergermanien aber nur theilweise, namentlich nur die 1 Min.

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