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⸗ Jeder Jahresbericht zerfällt in zwei Teile, Einnahmen und Ausgaben. Und zwar wird dieses Schema strikte ein- gehalten, auch dann, wenn dadurch ein verhältnismässig einfacher und einheitlicher Vorgang unnötig kompliziert wird.¹) Und innerhalb dieser beiden Hauptabteilungen ist, wenn auch vielfach recht unvollkommen, eine gewisse Disposition eingehalten. Einmal kehren bestimmte Gruppen von Ausgaben regelmässig wieder. Das sind die Gruppen Ragnit, Memel, Dirschau(mit Sobbowitz und Kischau) Grebin, Bütow, Mösland, Montau, Frau von Schievelbein, ausgeliehenes Geld, Hochmeister und Grosskomtur, des Hochmeisters Keller, Harnisch, Goldschmied, Vikare und Schüler in Marienburg, Falken, Klöster in den Ausgaben; die Gruppen Roggenhausen, Dirschau, Tuchel, Leipe, Papau, Brattian, Bütow, Thorn, Danzig, Nessau und zurückgezahlte Schuldbeträge in den Einnahmen. Daneben erscheinen, wenn nicht in allen, so doch in den meisten Jahresbe- richten die Gruppen Königsberg(Hauskomtur), Salzwerk, Hochmeisters Arzt, Ordensjurist, des Hochmeisters Pferde- arzt, des Hochmeisters Kaplan, Fellenstein.
Diejenigen Einzelnotizen, die nicht in solchen Gruppen zusammengefasst sind, sind in chronologischer Ordnung aneinandergereiht, so dass wir neben den sachlichen Gruppen eine zweite chronologische Reihe haben, in der zahllose Einzelausgaben— um die Ausgaben handelt es sich vorzugsweise— ohne jeden inneren Zusammenhang aufeinanderfolgen. Diese Posten sind in den früheren Jahresberichten, namentlich von 1402 ab, fast sämtlich datiert, aber die Datierung wird immer seltener in den späteren Jahresberichten von 1407— 1409, in denen über- haupt sich eine derart zunehmende Flüchtigkeit zeigt, dass Perlbach²) mit Recht von ihrem konzeptartigen
¹) Vergleicht man z. B. aus den Einnahmen des Jahresbe- richtes 1406 die Stelle 371, 39- 372, 2 mit der Ausgabe 380, 10— 12, so besagen sie zusammen nichts anderes, als dass der Königsberger Spittler mit Einwilligung des Tresslers 20 m., die letzterem zustanden, einbehalten hat. Wie unzweckmässig ist hier die doppelte Buchung. 2) In seiner Rezension G G A. 1897.


