Aufsatz 
Die attische Kleruchie / von Oskar Kius
Entstehung
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Das neue Schuljahr wurde am Montag den 8. April 1887 in herkömmlicher Weiſe eröffnet.

Johannes Rowecki, geboren zu Oſtrowo am 26. Dezember 1858, kath. Konf., beſuchte das Gymnaſium zu Oſtrowo, ſtudierte in Breslau und beſtand daſelbſt am 20. November 1885 die Prüfung pro facultate docendi.

Philipp Schäfer, geboren zu Mainz am 9. Mai 1863, kath. Konf., erhielt ſeine Vorbildung im Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, ſtudierte in Gießen, Berlin und Marburg und wurde an der zuletzt genannten Univerſität am 18. Dezember 1885 pro facultate docendi geprüft.

Eduard Schneider, geboren zu Müſen(Kr. Siegen) am 9. September 1860, ev. Konf., war Schüler des Gymnaſiums zu Dillenburg, ſtudierte in Berlin und Bonn, wurde am letzteren Orte am 14. März 1885 zum Doctor philosophiae promoviert und legte am 5. Dezember deſſelben Jahres die Prüfung pro tacultate docendi ab. Als Probekandidat war er vom Herbſt 1885 dem Gymnaſium zu Dillenburg, von Oſtern 1886 dem Gymnaſium zu Marburg zugewieſen. An letzterer Anſtalt war er auch als Hülfslehrer beſchäftigt und verblieb als ſolcher daſelbſt bis Oſtern 1887.

Zur Ableiſtung ihres Probejahres wurden dem Gymnaſium zu Oſtern 1887 die Kandidaten des höheren Schulamtes Georg Sprengel und Karl Bode zugewieſen.

Die Beſorgung der Rechnungsführung und Rendantur wurde dem Gymnaſial⸗Elementarlehrer Bättenhauſen vom 1. März 1887 an übertragen.

Am 26. April wurde in den einzelnen Klaſſen der hundertjährige Geburtstag Ludwig Uhlands in entſprechender Weiſe von den betreffenden Lehrern des Deutſchen gefeiert.

Am 17. Juni unternahmen ſämtliche Klaſſen, mit Ausnahme der Unterſekunda, Klaſſenausflüge unter der Führung der betr. Ordinarien..

Die Sommerferien dauerten vom 4. bis zum 30. Juli. In den erſten Tagen derſelben unternahm der Direktor in Begleitung des ord. Lehrers Dr. Brede mit dem Geſangvereine der Primaner einen drei⸗ tägigen Ausflug über Fulda nach der Rhön, der Salzburg bei Neuſtadt a. d. S. und Eiſenach.

Zur Feier des Sedanfeſtes am 2. September fand vormittags ein Schulakt in der Aula ſtatt mit patriotiſchen Geſängen und mit einem Vortrage des Gymnaſiallehrers Stoll über die Schlachten bei Metz während des letzten Krieges. Nachmittags unternahm die Anſtalt unter Beteiligung von zahlreichen Angehörigen einen Ausflug der Lehrer und Schüler des Gymnaſiums in den Habichtswald.

Das Sommerhalbjahr wurde am 25. September geſchloſſen. An dieſem Tage ſchied auf ſeinen Antrag der Hülfslehrer Schäfer von der Anſtalt; ihm folgte am 29. Oktober der Hülfslehrer Rowecki.

Das Winterhalbjahr begann am 10. Oktober.

An dieſem Tage trat Kandidat Maurer zur Ableiſtung ſeines Probejahres bei dem Gymnaſium ein.

Am 3. November wohnte Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer dem Unterrichte in einigen Klaſſen bei.

Die herkömmliche gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahles wurde von den evangeliſchen Lehrern und Schülern des Gymnaſiums am Sonntag den 6. November in der St. Martinskirche begangen.

Am 30. November, 1. und 2. Dezember unterzog Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer das Gymnaſium einer Reviſion.

Am 5., 6. und 8. Dezember waren der ord. Lehrer Stoll durch ſeine Mitwirkung bei der Prüfung von Mittelſchullehrern, vom 8. bis zum 23. Dezember der Oberlehrer Dr. Zuſchlag durch Krankheit an der Beſorgung ihrer Lehrſtunden verhindert.

Die Chriſttagsferien dauerten vom 23. Dezember 1887 bis zum 7. Jannar 1888. Am Tage vor Beginn dieſer Ferien wurde wie alljährlich eine Weihnachtsandacht gehalten.

Am 2. Februar 188s ſtarb der Oberlehrer a. D. Profeſſor Dr. Lindenkohl, welcher vom November 1855 ab bis zum 1. Oktober 1885 dem Gymnaſium als Lehrer und Bibliothekar treue und geſegnete