Aufsatz 
Das Bildungsideal der Romantik
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

Schulrat und die Herren Prof. Dr. Matthäi und Reallehrer Lerch durch Verleihung der Krone zum Ritterkreuz erſter, bezw. zweiter Klaſſe des Philippsordens ausgezeichnet. Wir danken auch ihnen für ihre erfprießliche Mitarbeit an unſerer Anſtalt und wünſchen ihnen, daß ihre körperlichen und geiſtigen Kräfte ihnen noch lange geſtatten, ihren Lebensabend ruhig zu genießen.

Herr Prof. Kleinen war vom 8. Auguſt 1912 ab mit der Stellvertretung des erkrankten Herrn Prof. Winter beauftragt und übernahm dann am 1. Oktober endgültig ſeine Stelle. Herr Prof. Dr. Matthäi war ſchon im ganzen Sommer beurlaubt und wurde von Herrn Lehramtsaſſeſſor Dr. Franz Weber vertreten, der die Stelle auch im Winter weiter verſah. Für Herrn Schulamtsaſpiranten Otto Opp trat Oſtern 1912 Herr Schulamtsaſpirant Friedrich Avemarie als Stellvertreter des beurlaubten Herrn Reallehrers Lerch ein; er verwaltete deſſen Stelle noch weiter, bis am 24. Oktober 1912 unſere Reallehrerſtelle Herrn Reallehrer Peter Kaffenberger*), bisher an der Realſchule und dem Progym⸗ naſium zu Alzey, übertragen wurde. Herr Schäfer wurde an demſelben Tage, nach langjährigem, ver⸗ dienſtvollem Wirken an unſerer Vorſchule, als Reallehrer an das hieſige Realgymnaſium verſetzt; wir wünſchen auch ihm Glück und Befriedigung in ſeinem neuen Wirkungskreis. Mit der Verwaltung ſeiner Stelle wurde Herr Avemarie beauftragt.

Herr Lehramtsaſſeſſor Emrich kehrte im Mai, nach Ableiſtung einer achtwöchigen militäriſchen Uebung, als Volontär zurück und vertrat vom 16. Juni 1912 bis zum Schluß des Schuljahres den zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit beurlaubten Herrn Prof. Dr. Zimmermann. Die Herren Dr. Moog und Dr. Naujoks blieben gleichfalls an unſerer Anſtalt und wurden am 1. Oktober 1912 zu Lehramtsaſſeſſoren ernannt; Herr Dr. Naujoks iſt jedoch vom 1. Januar bis zum 1. September 1913 beurlaubt, und Herr Dr. Moog wird am 1. April 1913 einen einjährigen Urlaub antreten.

Im Auftrag der vorgeſetzten Behörde nahm nach Pfingſten Herr Oberlehrer Dr. Ausfeld an einem archäologiſchen Kurs in Bonn und Trier teil, die Herren Prof. Dr. Schmidt I., Prof. Kißner und Dr. Weber an dem Limes⸗Kurs.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog hatte die Gnade zum 25. November 1912 Herrn Prof. Dr. den Philippsorden I. Kl. und Herrn Reallehrer Kaffenberger den Philippsorden II. Kl. zu verleihen.

Am Sedantag konnten wegen des ſchlechten Wetters die üblichen Ausflüge nicht gemacht werden; es wurden ſtatt deſſen Einzelfeiern in den Klaſſen abgehalten. Der Geburtstag des Großherzogs wurde durch den Vortrag von Chören aus Haydns Schöpfung und eine Feſtrede des Herrn Prof. Dr. Becker über die Heſſen im ruſſiſchen Feldzug 1812 gefeiert; die Kaiſerfeier brachte in Vorträgen, Gedichten und Liedern die Erhebung des Jahres 1813 zur Darſtellung.

Außer den üblichen Spaziergängen wurden im Lauf des Schuljahres von Herrn Prof. Dr. Neß⸗ ling eine, von Herrn Aſſeſſor Dr. Hinrichs eine, von Herrn Aſſeſſor Emrich 23 beſondere, kleinere oder größere, zum Teil mehrtägige Schüler⸗Wanderungen unternommen. Die hieſigen Kunſt⸗ und wiſſen⸗ ſchaftlichen Sammlungen wurden mehrmals von Schülerabteilungen unter der Führung der Herren Prof. Dr. Stoltz, Prof. Dr. Schmidt I., Prof. Kißner und Zeichenlehrer Müller beſucht.

Am 16. September 1912 hielt Herr Pfarrer Dr. Burckhardt für die Schüler der oberen Klaſſen einen Vortrag über Alkoholismus, am 21. Februar 1913 Herr Medizinalrat Dr. Groos für unſere Abiturienten einen Vortrag über ſittliche und geſundheitliche Gefahren. Beiden Herren ſei auch an dieſer Stelle verbindlichſter Dank ausgeſprochen.

Unſere Jugendſpiele auf der Waldwieſe wurden am 23. September 1912 durch Wettſpiel und Preisverteilung abgeſchloſſen. Die Schüler der Ibl Büchner, Lehn, von Rogiſter, Schäfer, Wachtel behaupteten auch in dieſem Jahre zum dritten Male allerdings nach hartem Kampf gegen Unterſekunda den Preis, das große Bismarckbild. Sexta und Quinta wetteiferten mit Quarta, Untertertia mit Obertertia in Schlagball; Quarta und Untertertia waren Sieger. Bähringer und Speckhardt aus Quarta, Fink und Würtenberger aus Untertertia erhielten Tamburine als Preiſe

Das Prämium zum Andenken an Profeſſor Heinrich Wagner wurde in dieſem Jahre dem Abiturienten Erwin Wißmann zuerkannt.

Die Vorſchule der Gymnaſien ſiedelte Oſtern 1912 aus dem alten Pädagogium in unſer Gym⸗ naſialgebäude über.

*) Peter Kaffenberger, pebdeen 1861 zu Langen⸗Brombach, Kreis Erbach, beſuchte die Volksſchule ſeines Heimatdorfes, die Pieparandenſchui e zu Lindenfels und von 1877 bis 1880 das Lehrerſeminar zu Friedberg. Oſtern 1880 wurde ihm die Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Vorſchule der Realſchule zu Michelſtaht übertragen. Durch Dekret vom 9. Juni 1887 wurde er zum Reallehrer an dieſer Anſtalt ernannt, wo er bis Oſtern 1912 tätig war. Von da ab bis zu ſeiner Verſetzung nach Darmſtadt war er Reallehrer an der Realſchule und dem Progymnaſium

zu Alzey.