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Am Schlusse des Sommersemesters unterzog sich der vormalige Oberprimaner des Gymnasiums zu Hadamar August Hehner aus Limburg an dem hiesigen Gymnasium der Maturitätsprüfung und erhielt das Zeugniss der Reife.
Am 13. September starb nach langem Leiden der Obersecundaner Karl Bogler, Sohn unseres Amtsgenossen, des Conrectors Bogler, und wurde am 15. September von seinen Lehrern und Mitschülern zu Grabe geleitet.
Am 16. und 17. September wurden in allen Classen die vorschriftsmässigen Herbst- prüfungen vorgenommen. Der öffentliche Rede- und Gesangact, mit welchem das Sommersemester geschlossen werden sollte, konnte, obgleich Alles für denselben voll- ständig vorbereitet war, zu unserm Bedauern nicht stattfinden, da Conrector Bogler wegen des erwähnten Trauerfalles in seiner Familie die Leitung der von ihm mit den Schülern eingeübten Gesänge nicht übernehmen konnte. Nach Beendigung der Prüfungen sowie nach Bekanntmachung der Collocation und Vornahme des Censuracts durch den Unterzeichneten wurden die Schüler in die Herbstferien entlassen, welche vom 17. September bis zum 15. October dauerten.
Ein Ferienunterricht, wie er in den beiden vorhergegangenen Schuljahren während der Herbstferien für Schüler der vier unteren Classen stattgefunden hatte, konnte in dem verflossenen Schuljahre wegen der geringen Anzahl der für denselben angemeldeten Schüler nicht zu Stande kommen.
Am 16. October wurden die Aufnahmeprüfungen vorgenommen, und theils nach dem Ergebnisse derselben, theils auf Grund von Abgangszeugnissen der seither von den Recipienden besuchten Lehranstalten 33 Schüler in das Gymnasium aufgenommen und zwar: 3 in Ib, 3 in IIa, 1 in IIb, 4 in IIIa, 8 in IIIb, 2 in IV, 4 in V, 8 in VI.
Am 17. October wurde das Wintersemester in herkömmlicher Weise mit Gebet und Anrede von dem Director in feierlicher Versammlung der Lehrer und Schüler in der Aula eröffnet und am folgenden Tage der Unterricht wieder begonnen.
Da Collaborator Bill während der Herbstferien erkrankt war und nach ärztlicher, Anordnung sich noch für längere Zeit seiner Berufsthätigkeit enthalten musste, so wurde durch Rescript der Königlichen Regierung vom 7. November der Unterzeichnete ermächtigt, zur Vertretung des erkrankten Lehrers den Candidaten der Theologie und Philologie Richard Oertel aus Wiesbaden einzuberufen, welcher die sämmtlichen vom Collaborator Bill früher ertheilten Lehrstunden mit dem Ordinariate der Quinta übernahm und am 12. November seine Lehrthätigkeit begann.
Am 2. December begann das Winterturnen, dessen Anfang wegen Unwohlseins des Turnlehrers bis zu diesem Tage hatte verschoben werden müssen.
Am 5. und 6. December wurde wegen des Andreasmarktes der Nachmittagsunter- richt ausgesetzt.
Zu Neujahr verloren wir durch die Versetzung des Elementarlehrers Heinrich nach Ems einen eifrigen und tüchtigen Mitarbeiter, der seit dem Frühjahre 1866


