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Grund einer vom 5. Mai 1244 datierten Vollmacht des Papstes Innozenz IV. im Jahre 1248 Prämonstratenser Chorherrn aus dem Kloster Allerheiligen im Schwarzwalde in die bisherige Fürstabtei Lorsch ein, die nunmehr in eine Propstei umgewandelt und noch in demselben Jahre dem Abte und Konvente zu Allerheiligen unterstellt wurde.
Diese Vorgänge bedeuteten in Wirklichkeit eine annullatio der gefürsteten Benediktinerabtei Lorsch, wie schon der Chronist vorausgeahnt hatte. Dieselbe be- stand darin, daß an Stelle eines Ordens nach der Regel des hl. Benediktus ein solcher nach der Regel des hl. Augustinus trat, von der die Prämonstratenser nur eine im Jahre 1120 entstandene Spielart warené²), daß ferner der größere Teil der Besit- zungen der ehemaligen Abtei in fremden Händen blieb oder in solche überging, also ihre materielle Macht eine ganz erhebliche Einbuße erlitt, und daß endlich an die Stelle der bisherigen reichsunmittelbaren und gefürsteten Abtei Lorsch eine reichsmittelbare, d. h. landesherrliche Propstei trat, in welcher der Erzbischof von Mainz alle reichsfürstlichen Würden, Rechte und Nutzungen des Klosters Lorsch übernahm, was die Prämonstratenser im Jahre 1248 überdies noch ausdrücklich an- erkennen mußten. So wurde durch kaiserlichen und päpstlichen Machtspruch dem selbständigen weltlichen und geistlichen Fürstentum Lorsch ein vorzeitiges, aber nicht unverdientes Ende bereitet. Indes hatte trotz aller Gebrechen, die ja allem Mensch- lichen anhaften, die Benediktinerabtei Lorsch eine wahrhaft segensreiche Mission er- füllt, indem sie Jahrhunderte lang eine Lehrerin und Erzieherin weiter Kreise unseres deutschen Volkes in materieller, sittlich-religiöser, vaterländischer und geistiger Kul- tur war.
Mitten in dieser Zeit der Auflösung einer alten Ordnung und des Ubergangs in neue Verhältnisse wird auch des Klosters Altenmünster aus dem Jahre 1238 gedacht. In der Bulle Religiosam vitam eligentibus Gregors IX. an den Abt und seine Brüder zu Lorschés)— es waren damals Zisterzienser von Eberbach, d. h. Erbach im Rhein- gau durch Mainz dahin überführt worden— nimmt der Papst das monasterium sanc- tae dei genetricis et virginis Mariae Laurissam in seinen Schutz und bestä- tigt alle Besitzungen und Güter, die es juste ac canonice inne hat oder noch er- werben wird. Der Wichtigkeit der Sache halber setze ich den ganzen Auszug hierher:
Locum ipsum, in quo prefatum monasterium situm est, cum omnibus per- tinenciis suis in Lorsa, in Benißheim(Bensheim), in Sweinheim(Schwanheim) et in Gernßheim(Gernsheim); ecclesias superiorem et inferiorem, ecclesias in Rot- heim(Rohrheim), in Bibeloß(Biblis), in Birstad(Bürstadt), in Ephenheim(Heppen- heim), in Ludinbach(Laudenbach) et Hemmeginsbach(Hemsbach), ecclesias in Win- heim(Weinheim), in Sassenheym(Lützelsachsen), in Morlebach(Mörlenbach), in Michinbach(Michelinbach= Wald-Michelbach), in frisen(Friesenheim bei Oggers- heim) et in Henschusheim(Handschuhsheim) ecclesias cum omnibus pertinenciis suis; in Winheim, in Keverendal(Käfertal), in Hentschusheim, in Siccenheim(Seckenheim), in Scharra(Scharhof bei Mannheim), in Nicenholtz(Neuzenhof bei Viernheim), in Bi-
2 Wagner a. a. O. I S. 106 f. ³³) Im Auszuge mitgeteilt und erläutert durch von Schenk, Hess. Quartalblätter 1906 S. 19/20 aus dem Mainzer Buch Nr. 19, dem liber registri literarum ecclesiae Moguntinae Nr. 3, fol. 6 ff., Würzburger Kreisarchiv.
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