Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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neueren ersetzt werden und ihr Name daher in Hinkunft lauten: Tetraneura pallida Hal.( T. alba Rtabg.)«

Nachdem nun Löw einige Exemplare von T. alba von mir erhalten hatte,»die ersten, welche er von dieser Art gesehen«, sagt er in seinem Antwortschreiben:»Nunmehr ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Art mit Haliday's Eriosoma pallida identisch sei, zur Ge- wissheit geworden, und sie muss daher nach dem Prioritätsrecht Tetraneura pallida Haliday ge- nannt werden.« Ich kann mich indess dieser Ansicht nicht anschliessen. Wenngleich auch Haliday's Beschreibung der Galle und des Geäders in den Vorderflügeln, auch wohl der Fühler auf T. alba Ratzb. passt, so sind doch die übrigen Körpermerkmale(welche Löw übrigens bei seiner Annahme ganz unberücksichtigt gelassen hat) bei beiden Arten so verschieden, dass ich dieselben nicht für identisch halten kann. Ein schmutzig gelbes Halsstück(collar) mit einer dunkelen Querlinie, eine Reihe grünlichgelber Seitenpunkte am Abdomen und dessen Unterseite, und ein eben so gefärbter Schnabel(promuscis), alle diese Merkmale sind bei T. alba nicht vor- handen, der ganze Körper ist vielmehr schwarz, bezw. schwarzgrau; auch entspringen bei der- selben die zwei Nervenstränge der Unterflügel nicht an der Unterrippenseite(subcostal)(Unter- randader), sondern entfernt davon. Behalten wir deshalb Tetraneura alba Ratzbg. bei.

Erklärung der Figurentafeln.

Tafel I.

Entwickelungsformen von Tetraneura ulnmt L.

Figur 1 Ulmenblatt mit Gallen. 2 das überwinterte Ei. 3 3 das dem Ei entschlüpfte ungeflügelte Thier(Urthier).

4 bis 7 dasselbe Thier nach der ersten, zweiten, dritten und vierten Häutung.

8 das vom Urthier(Fig. 7) zur Welt gebrachte Thier, welches in Eiform a geboren wird, die Eihaut bald abstreift und dann in der Form b erscheint.

2 9 bis 11 dasselbe Thier nach den einzelnen Häutungen.

12 das nach der vierten Häutung erscheinende erste geflügelte Thier.

13 ein Fühler desselben.

14 das vom ersten geflügelten Thier(Fig. 12) in Eiform a geborene, ungeflügelte Thier b.

15 bis 22 die muthmasslichen Entwickelungsformen dieses Thieres, welche mit der zweiten geflügelten Form 23 in demselben Jahre endigen.

24 und 25 die von dem zweiten geflügelten Thier geschlechtlich getrennten und in Eiform geborenen, unge- flügelten Thiere. Fig. 24 das Männchen, 25 das Weibchen, welches ein Ei in sich birgt. Dieses Ei über- wintert, von dem Mutterkörper umgeben, in den Rindenrissen der Ulme, und aus ihm(Fig. 2) kommt im Frühjahr das Urthier.

Tafel II.

Entwickelungsformen von Tetraneura alba Ratzbg. und Schizoneura ulmt L.

Figur 1 Ulmenblatt mit einer Galle von Tetraneura alba. 2 a überwintertes Ei, b Urthier. 3 bis 6 dasselbe Thier nach den einzelnen Häutungen. 7 das vom Urthier in Eigestalt a geborene Thier b.