Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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gegebene Abbildung Tafel XLVIII Fig. 341 passt auch nicht auf die von mir beobachteten Exemplare von Tetraneura alba Ratzb.«— Darauf antwortete mir Löw:»Entschuldigen Sie vielmals, dass ich Ihren in der Anmerkung auf Seite 9 Ihrer Abhandlung ausgesprochenen Zweifel in Betreff der Identität der T. alba und Schieoneura compressa übersehen habe.«— Löw's ganze Auseinandersetzung ist also, soweit sie meine Abhandlung betrifft, von vorne herein auf einem Irrthum aufgebaut und deshalb hinfällig. Ob er diesen Irrthum auch in den Verhandlungen der k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft in Wien kundgegeben hat, ist mir bis hier- her noch nicht bekannt geworden.

Auf Seite 4 seiner Abhandlung führt er ferner Folgendes an:»In den Annals and Magaz. of Nat. Hist, ser. 1, Vol. II, 1839, p. 189 wurde von Haliday*) eine Ulmenblattlaus wie folgt beschrieben: Eriosoma pallida, Curtis, guide, App. 279.**) This species, like E. ulmi-gallarum, inhabits the leaves of the mountain elm; its follicles are more solid and imbedded in the leaves near the base of the midrib, not clavated on a footstalk. The apterous female is white. The follicles burst about the beginning of August. The society is then very numerous, and the farinose secretion more abundant than in the former species. The winged insects are glossy bluish black, with the legs rather paler: collar dirty yellow, with a dusky transverse line: a row of lateral dots on the abdomen and its underside are greenish yellow, as also the promuscis. The nervures of the upper wings nearly as in E. ulmi-gallarum but the lower have two nervures(in place of one) springing from the subcostal. The joints of the antennae are of different proportions, the sixth being rather longer than the fifth.

Diese Beschreibung passt mit Ausnahme der Nervenzahl der Hinterflügel, sowohl hin- sichtlich des Insekts als auch der Galle desselben genau auf Tetraneura alba Rtzbg. und es stünde somit der Identifizirung dieser letzteren mit Eriosoma pallida Hal. nur der Umstand im Wege, dass Haliday bei seiner Art zwei Schrägadern im Hinterflügel angibt. Nachdem er aber ausdrücklich sagt, dass die Nervation ihrer Vorderflügel mit der von Tetraneura ulmi Geoff. = Kphis gallarum-ulmi Deg.) übereinstimmt, so dürfte seine Angabe über die Hinterflügel höchst wahrscheinlich auf einem Versehen beruhen, indem er etwa eine zufällige Flügelfalte für die zweite Schrägader hielt. Wenn sich dies wirklich so verhält, was ich schon deshalb nicht bezweifle, weil die Beschreibung, welche Haliday von der Galle seiner E. pallida gibt, genau auf die Galle von T. alba Rtzbg. passt, dann sind diese beiden Arten identisch und daher in eine zu vereinigen, welche in Zukunft Haliday's Speciesnamen zu führen hätte, weil dieser als der ältere die Priorität hat.

Da das von Samouelle***) 1819 aufgestellte Genus Eriosoma wegen seiner unge- nügenden und auch viel zu weiten Begrenzung von den späteren Autoren nicht beibehalten wurde, so muss auch bei der in Rede stehenden Art der alte Genusname Eriosoma durch den

*) Haliday's bezügliche Publication führt den Titel:„New British Insects, indicated in Mr. Curtis guide.“(Ann. Mag. of Hist. ser. 1, Vol. II, 1839, p. 112— 121 and 183— 190).

**) John Curtis, A guide to an arrangement of British Insects, printed on one side for labeling cabinets London, 2. Edit. 1837.(Enthält keine Beschreibung der Eriosoma pallida).

***) George Samouelle hat in seinem in London 1819 erschienenen Schriftchen:„The Entomologist's useful compendium“ p. 232 das Genus Eriosoma(Leach Mss.) aufgestellt, demselben aber so weite Grenzen gezogen, dass in demselben eine grosse Anzahl sehr verschiedener Aphidenspecies, welche alle einen in wollige Secretion ge- hüllten Leib haben, Aufnahme fand. Alle diese Arten wurden später nach und nach in den Gattungen der drei Subfamilien Lachninae, Pemphiginae und Chermesinae untergebracht, wodurch das Genus Eriosoma bedeutungslos geworden und vollständig eingegangen ist.