Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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drei einfachen Schrägadern, Unterflügel mit einer Schrägader. Fühler sechsgliederig. Das dritte Glied sehr lang und runzelig, Hinterleib ohne Honigdrüsen.

Kaltenbach charakterisirt die Gattung Tetraneura Hart. in seiner»Monographie der Fa- milie der Pflanzenläuse« S. 189 so: Fühler kurz, sechsgliederig, die einzelnen Glieder ringelig. Flügel dachförmig tragend; die vorderen mit vier einfachen, die hintern mit einer Schrägader versehen.

Koch sagt in seinem Werke»Die Pflanzenläuse Aphiden« bei der Beschreibung des »Genus XXII Tetraneura Hart.«, nachdem er die Fühler und Vorderflügel genau beschrieben hat:»Die Hinterflügel haben nur eine Schrägader.«

Kaltenbach und Koch schliessen sich also, was die Adern in den Hinterflügeln an- belangt, der Ansicht Hartig's an.— In Ratzeburg's»Forstinsekten« III. Theil steht da- gegen auf Seite 222 in der Abtheilung D der Gattung Aphis L.:»Fühler sechsgliederig. Vorder- flügel mit ungegabelten, Hinterflügel mit zwei Nerven.« Er beschreibt dann Tetraneura ulmi L. und seine alba, also beide mit zwei Schrägadern in den Hinterflügeln. Soviel mir be- kannt ist, haben diejenigen Entomologen der Neuzeit, welche sich speciell mit den Aphiden be- schäftigen, diese Angabe Ratzeburg's übersehen, wenigstens nicht auf deren Richtigkeit geprüft. Dr. Löw in Wien sagt z. B. in einem Schreiben an mich vom 4. August 1879:»Ihr schönes Präparat der I. alba hat mich genügend belehrt, dass Ratzeburg in Betreff der Schrägadern der Hinterflügel eine falsche Angabe gemacht hat, und dass ich auf seine Autorität hin eben- falls irrigerweise der T. alba nur eine statt zwei Schrägadern im Hinterflügel zuschrieb.« Und Lichtenstein bemerkt in einem Schreiben vom 29. Juni:»Hier sind unsere Tetraneura, sowohl almi als alba, wahre Tetraneura, ohne Gabel an den Vorder- und mit einer Schrägader an den Hinterflügeln.«— Auch ich habe bei Bearbeitung meiner mehr erwühnten Abhandlung(worin ich vorzugsweise das Resultat meiner Beobachtungen über den Entwickelungsgang, weniger eine genaue Beschreibung und scharfe Auseinanderhaltung der Körpermerkmale der beobachteten Aphiden-Arten geben wollte) die Angabe Ratzeburgs übersehen und angenommen, dass er beiden Tetraneura-Arten nur eine Schrägader in den Hinterflügeln zuschreibe. Bei meinen vorigjührigen Untersuchungen fand ich indess, als ich Präparate von Flügeln und Fühlern der T. alba machte, dass die Hinterflügel regelmässig zwei ganz deutlich wahrnehmbare Schrägadern hatten, was mich anfänglich veranlasste, anzunehmen, dass diese Art gar nicht zu der Gattung Tetraneura gehöre. Hierzu kam noch, dass auch die Fühlerbildung eine andere ist als bei T. ulmi, ferner die gelblichweisse Farbe aller ungeflügelten Thiere, die Körperform und Grösse derselben(sie sind alle kleiner als bei 7. ulin), sodann der Umstand, dass vom Urthier an bis zur geflügelten Form alle Thiere in kurzen, dichten Wollpelz gehüllt, die ausfliegenden Thiere noch ganz weiss bestäubt sind und niemals ganz rein von Staub werden, endlich der Standort, die Form und Bauart der Galle, die längere Entwickelungszeit der Thiere etc.;— alles dieses machte mich geneigt, diese Art zu der Gattung Pemphigus zu ziehen. Indess sind auf der andern Seite die Uebereinstimmungsmerkmale mit T. ulmi wieder der Art, dass ich zweifelhaft wurde. Als ich nun auch noch bei fortgesetzter Vergleichung mit T. ulmi in vielen Fällen eine zweite, zwar schwächere, oft auch nur angedeutete Schrägader im Hinterflügel dieser Art fand und durch Zufall die erwähnte Ueberschrift im Ratzeburg'schen Werke zu Gesicht bekam, da war ich ausser Zweifel, dass beide Arten doch zusammen gehören.— Weil nun die Gattung Pemphigus der Gattung Tetraneura sehr nahe steht, und Hartig beide in seiner Uebersicht der Aphiden- Gattungen durch die Anzahl der Queradern in den Hinterflügeln(bei Tetraneura eine und Schizoneura zwei) unterscheidet, so könnte nunmehr, um beide auseinander zu halten, gesagt werden: Tetraneura, Unterflügel mit meistens zwei Queradern, welche ziemlich weit von einander