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zu meiner grossen Ueberraschung und Freude noch mehrere Exemplare, welche nicht nur nach dem Flügelgeäder, sondern auch nach der Beschaffenheit der Fühler wirkliche Schizoneura ulmi waren. Ich sammelte nun an den folgenden Tagen immer frische Thiere, und fast jedesmal war Schizoneura ulmi dabei vertreten. Am 3. October waren die sieben aus der Aue mitgebrachten Thiere sogar alle von dieser Art. Damit war aller Zweifel an der Existenz der zweiten ge- flügelten Form von derselben gehoben. Noch bis zum 13. October fand ich fast jeden Tag einzelne Exemplare davon.— Auch diese Thiere stimmen in allen Körpertheilen mit denen der ersten geflügelten Form überein. Dass ich mir nun ferner auch darüber Gewissheit zu ver- schaffen suchte, ob auch sie geschlechtlich getrennte Junge zeugten, versteht sich von selbst. Ich brauchte nicht lange darauf zu warten. Ein am 3. October in einem kleinen Glase ab- gesperrtes Exemplar gebar zwei weibliche Junge; in einem andern Glase, worin ich vier ge- flügelte Thiere gebracht hatte, bemerkte ich bald nachher vier männliche und zwei weibliche Thiere und am 6. October fand ich bei sechs abgesperrten zwei Weibchen und sechs Männchen. — Die Jungen treten ebenfalls mit einer Haut umschlossen in Eiform aus dem Mutterkörper hervor, haben fast dieselbe Grösse wie die entsprechenden von Tetraneura ulimni, stimmen auch im Form- und Grössenverhältniss zwischen Männchen und Weibchen mit diesen überein, haben aber eine gelbe Farbe. Eine specielle Beschreibung derselben, sowie des Mutterthieres kann ich deshalb unterlassen. Die nach lebenden Exemplaren gezeichneten Figuren 18 bis 21 ersetzen die Beschreibung.
Dass ich erst so spät im Jahre diese Entdeckung an Schizoneura ulmi machte, erkläre ich mir daraus, dass ich während der Sommermonate meine Aufmerksamkeit vorzugsweise den Tetraneura-Arten zuwandte. Die von Schizoneura noch aufgefundenen Thiere sind jedenfalls Spätlinge gewesen. Weil diese Art nämlich gleichzeitig mit T. ulmi ihre Thätigkeit im Frühjahr beginnt und von da an bis zum Erscheinen in der ersten geflügelten Form nur sechs Wochen, 7. ulmi dagegen zwei Monate Zeit nöthig hat, so muss die Hauptflugzeit der zweiten geflügelten Form in die zweite Hälfte des Monates Juli fallen. Zu dieser Zeit beschäüftigte ich mich aber besonders mit den Untersuchungen, welche das Auffinden des Ortes bezweckten, an welchem die erste geflügelte Form ihre Brut absetzt. Weil ich diesen Ort aber nicht an den Ulmenstämmen suchte, so habe ich den Hauptschwarm der zweiten geflügelten Form von Schizo- neura ulmi höchst wahrscheinlich übersehen. Der nächste Sommer wird mich über diese Ver- muthung in's Klare bringen.
Die Art Schieoneura ulmi stimmt nach den im Vorstehenden mitgetheilten Beobachtungs- resultaten in allen Entwicklungsphasen mit den beiden Tetraneura-Arten überein. Daraus lässt sich wohl schliessen, dass dies auch mit allen übrigen Schizoneura-Arten der Fall sein wird. Die Erbringung des Nachweises hierfür eröffnet ein neues interessantes Beobachtungsfeld, auf welchem der Bestätigung der Lichtenstein'schen Theorie über die Entwickelung der Aphiden immer näher getreten würde.
Schizoneura lanuginosa Hart. habe ich während der zwei letzten Jahre in meinem Be- obachtungs-Terrain nicht mehr gesehen.
Notizen zu den Gattungs- und Artenmerkmalen des Genus Tetraneura.
Hartig legt in seinem»Versuch einer Eintheilung der Pflanzenläuse nach der Flügel- bildung« in Germar's Zeitschrift für die Entomologie III. Band S. 366 der von ihm aufgestellten Gattung Taetraneura folgende Merkmale bei: Flügel ungerandet, mit Flügelmal, Randzelle und


