Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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mit zwei Nebenrippen und des diese Rippen umgebenden Blattgewebes, sowie durch eine kleine Ausbiegung des jungen Blattes an dieser Stelle nach der Unterseite hin. Die Galle von 7' alba steht nämlich immer in der untern Hälfte, gewöhnlich am Grunde des Blattes auf der Hauptrippe (Tafel II, Fig 1). Ausgewachsen ist sie von verschiedener Form, meist aber breit halbkugelig oder eiförmig, je nach der Grösse und Kräftigkeit des Blattes auch verschieden gross; eine der- selben, welche mittlere Grösse hatte, war 12 mm hoch und hatte einen Querdurchmesser von 8 mm; ihre Wanddicke betrug 2 mm. Die ursprüngliche gelbgrüne Farbe derselben geht nach und nach in's Graugelbe über. Wenn sie diese Farbe angenommen hat, entstehen auf dem oberen Theil der Wölbung derselben kleine Risse, welche sich zu einer unregelmässigen Oeffnung erweitern, woraus dann die geflügelten Thiere hervortreten.— Sucht man in dem Gallenanfang nach dem Thier, so findet man dasselbe in dem Winkel und zwar am Scheitelpunkt desselben, welchen eine Nebenrippe mit der Hauptrippe des Blattes macht. Es(Fig. 2 b) ist ungeflügelt, glänzend schwarz und kleiner als das Urthier von T. ulmt, mit welchem es in der Körperform fast übereinstimmt. Es häutet sich ebenfalls viermal, sieht nach der ersten Häutung gelblich- grün aus, färbt sich nach und nach heller, so dass es nach der letzten Häutung gelblich weiss ist. Die Grössen- und sonstigen Veränderungen nach den einzelnen Häutungen zeigen die Fi- guren 3 bis d auf Tafel II. Kopf, Schnabel, Fühler und Beine sind in allen lntwicklungs- stadien schwarz. Die Art und Weise der Häutung der Thiere, die Lage der einzelnen abgestreiften Häute in der Galle etc. ist gerade so wie bei T. ulmi. Nach der letzten Häutung misst das Thier etwas über 2 mm), ist dabei fast kugelig mit verhältnissmässig sehr kleinem Kopf und sehr kleinen Fühlern und Beinen. Diese Körpertheile sind so klein, dass, wenn man in diesem Entwicklungsstadium ein Thier in Canadabalsam bringt und dasselbe dabei auf die Bauchseite legt, man nichts von denselben sieht; man hat nur eine gelbweisse Kugel vor sich. Bald nach der vierten Häutung ist das Thier in einen kurzhaarigen Wollpelz voll- ständig eingehüllt, der so dicht ist, dass derjenige, welcher in dieser Zeit zum erstenmal in eine geöffnete Galle sieht, nur eine kleine Wollkugel bemerkt, darin aber kein Thier vermuthet. Auch bei ihm beginnt jetzt die Erzeugung lebendiger Jungen, die ebenfalls in Eiform aus dem Mutterkörper hervortreten und in ihren nachfolgenden Entwickelungsformen fast denselben Ver- änderungen unterliegen wie die von TI. ulmi. Sie sind, nachdem sie die Embryohaut abgestreift haben, aber noch kleiner als diese, sehen wasserhell aus, später aber gelblichweiss und besitzen, wie das Mutterthier, schwarze Extremitäten. Nach jeder Häutung werden sie dunkeler. Un- mittelbar nach der dritten sind sie 1,5 mm lang, haben etwas abstehende Flügelansätze, welche ebenso wie das Bruststück, glashell, etwas in's Grünliche spielend, aussehen, sich aber bald dunkeler färben, wogegen Kopf und Hinterleib fast schwarz sind. Die Verschiedenheit der Körperform nach jeder Häutung veranschaulichen die Figuren 7 bis 10. Dass auch bei dieser Art alle Thiere, welche in der Galle sind, diese im geflügelten Zustand verlassen(vorausgesetzt, dass die Galle normal wächst) brauche ich wohl eben so wenig noch einmal besonders hervor zu heben als auch das, dass die Galle zu der Zeit, wann sie von den ersten geflügelten Thieren verlassen wird, noch das allerdings fast zusammengeschrumpfte Mutterthier mit Jungen von jeder Altersstufe bis zum geflügelten Thier enthält. Die Anzahl der Jungen ist aber beträchtlich grösser als die bei T. ulmi; ich zühlte in stark entwickelten Gallen wiederholt nahe an 200.—

Weil die geflügelten Thiere von T. alba wenigstens drei Wochen später die Gallen ver- lassen als die von I. almi, so war ich früher der Ansicht, dass eine Vergleichung von lebenden Exemplaren beider Arten nicht möglich sei. Indess ist es mir doch im vorigen Jahre Ende Juli gelungen, diese Vergleichung von Spätlingen der T. ulmi und den ersten von T. alba vor-

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