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wonnen, dass ich zu diesem Endresultat gelangen würde, weil ich vorher bei meinen Beobachtungen der Thätigkeit der einzelnen Thiere keinmal gesehen hatte, dass eins derselben, weder von den geflügelten noch den ungeflügelten, sich an den untern Theil der Graspflanzen begeben hätte und da sitzen geblieben wäre.— Auf den Blumenbrettern vor den Fenstern meines Arbeits- zimmers habe ich während der warmen Jahreszeit eine Anzahl Topfgewäüchse stehen. Während ich sonst dieselben von allem Unkraut rein halte, liess ich im Jahr 1879 vom Frühjahr an alle Graspflänzchen bei denselben stehen und zwar aus folgendem Grunde: Auf denselben Blumen- brettern halte ich während der Beobachtungszeit stets Ulmenzweige mit Gallen in Wasser frisch, um zu jeder Zeit Beobachtungsmaterial, namentlich zum Anfertigen von Präparaten zur Hand zu haben. Nun dachte ich, dass, wenn die geflügelten Thiere ihre Jungen wirklich an Gras- wurzeln absetzten, sie jedenfalls die ihnen beim Ausfliegen zunächst stehenden Graspflanzen, also hier die in den Blumentöpfen stehenden, dazu benutzen würden. Allein als ich zur ge- eigneten Zeit die nicht unbedeutende Anzahl zu diesem Zwecke stehen gelassener Grasbüschel untersuchte, fand ich mich ebenfalls in meinen Erwartungen getäuscht; es war von einem Letra- neura-Thier nichts zu sehen. Bei dieser Gelegenheit machte ich indess am 30. Juni eine nicht uninteressante Beobachtung, die ich aber leider nicht weiter verfolgen konnte. An dem Wurzel- hals eines Grasbüschels von Poa annua L. fand ich nämlich eine geflügelte grüne Blattlaus, wie mir'’s schien von Aphis Rosæ L., und circa 1 bis 1,5 cm tiefer zwischen den Wurzeln neun ungeflügelte, grüne Blattläuse von verschiedener Grösse. Exemplare von Tetraneura ulmi waren es nicht wegen der hellgrünen Farbe und der langen Fühler.— Um nun zu sehen, ob die erste geflügelte Form von Tetr. ulmt ihre Brut im Freien etwa doch an Grasarten absetze, unter- suchte ich während des Monates Juli eine grosse Anzahl von Gräsern, welche in der Nähe der von mir beobachteten Ulmen wachsen, sowohl im Tannenwäldchen als auch in der Aue; aber ebenfalls erfolglos. Ich nenne hiervon nur: Avena flavescens L., A. pratensis L., A. elatior L., Bromus pinnutus L., B. tectorum L., B. arvensis L., Poa annud L., P. pratensis L., Festuca rubra L., F. ovina L, Hordeum murinum L., Dactylis glomerata L. u. dergl. m. Ferner unter- suchte ich die Wurzeln von andern in der Nähe wachsenden Pflanzen, z. B. von: Hupericum perforatum L., Ononis spinosa L., Medlicago falcata L., M. sativa L., Achillea Millefolium L., Cirsium arvense Scp., Agrimonia Eupatoria L., Viola hirta L. etc., aber ebenfalls ohne Erfolg.
Tetraneura alba Ratzb.
Weil die auf Ulmus campestris L. lebenden Aphiden-Arten nicht nur in ihrer Lebens- und Entwickelungsweise, sondern auch in der Körperbeschaffenheit, namentlich bei der Form, welche im Frühjahr die Missbildungen an den Blättern bewirkt, viel übereinstimmendes haben, so ist es schwer, die Urthiere bei ihrem ersten Auftreten, d. h. zu der Zeit, wenn sie den Ueberwinterungsort verlassen und die Blattstelle, an welcher sie ihre Gallen bilden wollen, von einander zu unterscheiden, um so mehr als alle vier Arten an einem und demselben Stamme auftreten können. Erst dann, wenn man sie in den Anfängen ihrer Missbildungen antrifft, ist dies möglich, und dann tritt noch der weitere erschwerende Umstand hinzu, dass ihre Gallen- anfänge nicht gleichzeitig, sondern in Zeitabständen von 14 Tagen bis 3 Wochen dem Auge sichtbar werden. Wenn man daher im Frühjahr die kleinen schwarzen Thierchen in Menge an den Zweigen und Knospen der Ulmen, das Aufgehen der Knospen abwartend, sitzen sieht, so können darunter alle vier Arten vertreten sein. Mit welcher Art man es zu thun hat, darüber wird man erst durch den Standort der Galle belehrt. Von T. alba bemerkte ich im vorigen Jahre erst am 22. Mai den Anfang zur Galle durch die hellgrüne Färbung der Hauptrippe


