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B. R. W. Art. Sprache S. 502. König im Kirchenlex. Art. Paläſt. Landesſpr.). Doch verſtanden die Juden ſeit der ſeleucidiſchen Periode(203 v. Chr.), beſonders in den von Heiden bewohnten Städten Paläſtina's, auch Griechiſch.(Zeibich, de ling. Judaeor. temp. Christi et Apost., beſonders: Pfannkuche, in Eichhorn's Biblioth. d. bibl. Lit. VIII, 365 ff.).
Dialekte der hebräiſchen Sprache.
§ 24. Daß das Hebräiſche, ähnlich wie das Arabiſche auch dialektiſche Verſchiedenheiten beſaß, iſt mit Unrecht von Löſcher(de caus. ling. hebr. p. 430, gegen ihn Carpzov, animadv. phil. p. 56) bezweifelt worden, obwohl dieſelben bei dem geringen Umfange des Landes und der engen Verbindung der Israeliten in politiſcher und religiöſer Beziehung nicht bedeutend ſein konnten, und die uns erhaltenen Ueberreſte der hebräiſchen Literatur, welche größtentheils von Schriftſtellern des Reiches Juda herrühren, uns nur ſchwache Anhaltspunkte bieten. Wenn Eichhorn(Einl. I,§ 11 S. 84) von einem„gewiſſen zuſammentreffenden Charakter im Ausdruck“ redet, durch welchen ſich die Schriftſteller aus einem Canton von denen aus einem andern unterſcheiden ſollen, ſo können die von ihm angeführten Formen aus Oſee und Amos nicht als Beweis für dieſe Behauptung gelten(Geſenius, Geſch. S. 54. Anm.). Ebenſo ungerechtfertigt iſt es, anomale Bildungen als Merkmale verſchiedener Dialekte aufzufaſſen und auf Grund derſelben von einem philiſtäiſchen, idumäiſchen, judaitiſchen(Kiessling, de dialectis Hebraeorum), bethlehemitiſchen(Dereſer, das Büchlein Ruth überſetzt), moabitiſchen(Sanctius, comment. in Ruth.), weſt⸗, oſt⸗ und nordjordaniſchen(Nachtigal, Jonas, in Eich⸗ horn's Bibl. d. bibl. Lit. IX, S. 235 ff.) Dialekte zu reden. Auch auf das Hohelied wollte man ſich zum Erweiſe verſchiedener Dialekte berufen. Doch ſind die vorkommenden Aramaismen aus dem hochpoetiſchen Cha⸗ rakter des Gedichtes oder aus der univerſellen Richtung Salomons(Hengſtenberg, Hohelied S. 237) zu er⸗ klären.— Das von Nehemias(13, 24) erwähnte As dodiſche ſcheint nicht ein Dialekt, ſondern eine be⸗ ſondere Sprache geweſen zu ſein, nach Keil(Commentar zu Neh. 13, 24) die Sprache der Philiſter, welche Hitzig zu den indogermaniſchen Sprachen rechnet. Eine Verſchiedenheit der Ausſprache erhellt aus Richt. 12.6, wonach die Ephraimiten nicht Dar⸗ ſondern nur 2d(Aehre) ſprechen konnten. Ob ſie aber nur in dieſem Worte oder überhaupt den Ziſchlaut sch nicht auszuſprechen vermochten, iſt hieraus nicht erſichtlich. Die Matth. 26, 73 berührte eigenthümliche Ausſprache der Galiläer, durch welche Petrus im Gerichtshofe ſich kenntlich machte, bezieht ſich auf die platte ſyriſche Pronunciation(Winer, B. R. W. Art. Galiläa); möglich iſt es auch, daß ſie zu der erwähnten Ausſprache der Ephraimiten hinneigte und namentlich in dem von Petrus gebrauchten ers(ich kenne dieſen Menſchen nicht) hervortrat.
Doch iſt es höchſt wahrſcheinlich, daß im Norden Paläſtina's das Aramäiſche auf die Volksſprache ein⸗ wirkte, und dieſe darum von der Sprache im ſüdlichen Paläſtina ſich unterſchied. Man beruft ſich zum Zeugniſſe hiefür auf das Lied der Debora. Indeß ſind Aramaismen, wie ſie ſich hier finden, der Poeſie überhaupt eigen und müſſen nicht nothwendig als Merkmale eines beſonderen Dialektes betrachtet werden(Hirzel, de chald. bibl. orig. et auctorit. crit.§ 15). Dagegen dürfen wohl das Schin praefixum, welches ſich in dem genannten Liede(Richt. 5, 7), ja auch in der Proſa, in der Geſchichte Gideon's(Richt. 6, 17; 7, 12; 8, 26.) findet, ſowie die Pluralendung—(Richt. 5, 10) als Nachklänge des nördlichen Idioms gelten.
Noch größere Schwierigkeit bietet das Aufſuchen von Ueberreſten einer Vulgärſprache, welche doch ohne Zweifel neben der Schriftſprache beſtand und von dieſer in manchen Formen abwich. Sichere Spuren derſelben ſind das ſp. was, in II Moſ. 16, 15, woſelbſt die Worte des Volkes ſelbſt angeführt, aber das
ſprachlich correkte Ip hinzugefügt wird. Ebenſo iſt wohl auch das 80, ſtatt 79, ſiehe,([Moſ. 47 23), wahr⸗ ſcheinlich der populären Redeweiſe entlehnt.(Hävernick, Einl. I, 1.§ 30. Geſenius, Geſch.§ 15. Ewald, Lehrb. d. hebr. Spr. S. 20).


