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faßt zwar diode im Sinne von wörtlich, genau. Da jedoch das Verbum dnnn auseinanderſetzen, erklären bedeutet(III Moſ. 24, 2¼ IV Moſ. 15, 34), die Erläuterungen des Inhaltes aber im Folgenden gegeben werden, ſo kann unter veodn nur eine hinzugefügte Erklärung des Wortlautes verſtanden werden, indem derſelbe, wie die Talmudiſten(bei Buxtorf, diss. III, 42 sqq.) berichten, ins Aramäiſche übertragen wurde. So erklären das Wort doiode auch Rambach, Clericus, Dathe, unter den neueren Gelehrten Hengſten⸗
berg, Hävernick, Keil, Thierſch(alle a. a. O.), König(Kirchenlex. Art. Paläſtina, S. 53). Selbſt de Wette (Einl.§ 34) ſieht ſich zu dem Geſtändniſſe genöthigt:„Nach dem Exil verlor ſich die hebräiſche Sprache nach und nach aus dem Munde des Volkes und blieb nur noch als gelehrte oder Schriftſprache übrig.“ Je⸗ denfalls war zur Zeit der Makkabäer die mit dem Exil beginnende Umgeſtaltung der hebräiſchen Sprache vollendet und an die Stelle des Althebräiſchen das Aramäiſche getreten.
Geſenius(Geſch. d. hebr. Spr. S, 44) behauptet nun, zur Zeit des Nehemias habe das Volk noch hebräiſch geredet. Allein es läßt ſich in der nachexiliſchen Zeit kein Ereigniß anführen, welches das Auf⸗ geben der Vollsſprache hätte herbeiführen können, im Gegentheil, gerade die Neubelebung des theokratiſchen Lebens und das damit verbundene Zurückgehen auf den Inhalt der älteren Bücher hätte ein um ſo zäheres Feſthalten an der althebräiſchen Sprache zur Folge haben müſſen, wenn nicht der Einfluß des Exils auf den Wechſel der Sprache entſcheidend und unaufhaltſam geweſen wäre. Ueberdies ſind die von Geſenius für ſeine Behauptung angeführten Gründe unhalthar. Er beruft ſich darauf, daß nach Neh. 13, 24 die Kinder der Juden, welche asdodiſche, ammonitiſche und moabitiſche Weiber genommen hatten, nicht„jüdiſch“, ſondern asdodiſch und nach der Sprache eines jeden Volkes redeten. Allein„jüdiſch“ bezeichnet hier die Sprache, welche damals von den Juden geſprochen wurde im Gegenſatze zur Sprache der Philiſter, Ammoniter und Moabiter.(Hengſtenberg, Hävernik, Keil, a. a. O.) Ebenſo wenig kann von Geſenius geltend gemacht werden, daß die nachexiliſchen Schriftſteller ſich noch dieſer Sprache bedienten. Denn wenn auch das Volk nicht mehr hebräiſch ſprach, ſo folgt hieraus nicht, daß die Kenntniß des Althebräiſchen gänzlich geſchwunden war, viel⸗ mehr bildete es, wie die bei Neh. 8, 8. erwähnten Erklärungen der vorgeleſenen Geſetzesſtellen beweiſen, den Gegenſtand des Studiums der Prieſter und Geſetzesgelehrten, und wir dürfen wohl annehmen, daß überhaupt die Gebildeteren die Liebe zur heiligen Sprache bewahrten und in der Kenntniß derſelben nicht ganz untundig waren(pgl. lib. Cosri III, p. 15. bei Buxtorf, diss. III, 42., Walton, proleg. III, Thierſch a. a. O.). Von dieſer Sprache abzugehen mochte nun den Schrifſtellern der nachexiliſchen Zeit um ſo bedenklicher er⸗ ſcheinen, als ſie durch den Gebrauch in den älteren Schriften, welche ſie fortſetzten, geheiligt war. So ſchon Clericus(ad Neh. 13, 24), desgl. Keil und Hävernick a. a. O. Uebrigens iſt ja auch dieſes Hebräiſch vielfach aramäiſch gefärbt(ſ. o.§ 21). Auch die hebräiſchen Inſchriften auf den Münzen der Makkabäer laſſen ſich nicht als Beweis für das Fortleben des Hebräiſchen anführen(Geſenius, a. a. O.). Denn da Fürſt Simon(ſeit 143 v. Chr.), welchem die Seleuciden das Münzrecht wieder zugeſtanden, den alten Schekel (etwa 1 ½ fl.), den Schekel des heiligen Jeruſalem, wieder einführte, ſo war es bei ihm, dem Wiederherſteller des jüdiſchen Staates, natürlich, daß er bei der Inſchrift das Althebräiſche anwendete.
Das von den Juden geredete Aramäiſch nannte man„Hebräiſch“(Jos. Antiq. 18, 6. 10, ebenſo das Neue Teſtament, woſelbſt aramäiſche Wörter als hebräiſche angeführt werden, z. B. Matth. 27, 46. Marc. 5, 41; 15, 34. Apoſtelg. 1, 19; Röm. 8. 15 u. a.), es galt alſo als eine Fortſetzung des Alt⸗ hebräiſchen. Weil dasſelbe vom Babyloniſchen verſchieden war, nennen es neuere Gelehrte„Syrochal⸗ däiſch“²6) Am reinſten wurde es in Judäa, rauher, mehr ſyriſch gefärbt in Galiläa geſprochen, in Samaria herrſchte das durch urſemitiſche(kuthäiſche) Wörter entſtellte Samaritaniſch(vgl. Uhlemann, institutiones ling. Samarit. Lps. 1837). Dieſes ſyrochaldäiſchen Idioms bediente ſich auch Jeſus Chriſtus in ſeinen Vorträgen an das Volk und im Umgange mit den Apoſteln.(Die Literatur hierüber ſ. bei Winer,
26) Dieſe Bezeichnung veranlaßte wohl der hl. Hieronymus, welcher adv. Pel. III, 2. ſchreibt, das Evangelium des hl. Matthäus ſei urſprünglich chaldaico syroque sermone geſchrieben geweſen.


