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techiſationen(Zum größeren Gewinn für die Katecheten, aber freilich auch unter deren minderen Schonung vor den Kindern, wurde der Grundſatz augenblicklichen kritiſch⸗korrectionellen Eingreifens häufiger gehand⸗ habt.) Lex.
1 St. Kirchengeſchichtliches(in Verbindung mit der deutſchen Geſchichte): Der Kampf zwiſchen dem Papſtthum und der weltlichen Macht unter den Hohenſtaufen; die 4 Reformatoren; Notizen über die Re⸗ formation im Naſſauiſchen; Spener.
1 St. Katecheſen über bibliſche Geſchichten in der Elementarſchule mit mündlicher und ſchriftlicher Correctur der Ausarbeitung und nachfolgender Kritik; jeder Zögling katechiſirte drei Mal. Göz.
b. Deutſche Sprache.
III. Kl. 6 St. Lautlehre, die 9 Wörterelaſſen, Flexionslehre, Wortbildung und Rechtſchreibung mit möglichſter Be⸗ nutzung des Mittelhochdeutſchen und Althochdeutſchen; 20 Aufſätze und eine kleinere Anzahl von Diktaten; Leſen der 30 erſten Stücke im 2ten Leſebuche nebſt Wortanalyſe. Im Winter wurde die Wortlehre in der Wortanalyſe wiederholt, die Satzlehre begonnen und bis zu dem zuſammengeſetzten Satze fortgeführt. (Bauers Grammatik.) Becker..
II. Kl. 5 St. im Sommer, im Winter 6 St. Beſtändige Repetition mit Uebungen im Zergliedern der Leſeſtücke; Beſprechung der Satzlehre nach Bauers Grammatik; orthographiſche Diktate über Literaturgeſchichtliches. Wackernagels Leſebuch II. faſt ganz durchgeleſen; 17 proſaiſche Stücke mehr oder weniger beſprochen, 10 Ge⸗ dichte erklärt und memorirt; früher gelernte Gedichte repetirt.— 19 Aufſätze mit ſchriftlicher und münd⸗ licher Correctur und etwa 14 Quittungen, Reverſe, Geſchäftsbriefe und dergl.
I. Kl. 4 St. Beſtändige Repetition der Grammatik mit Uebungen im Leſebuche. Zur Lehre vom Styl: Ueber die Abfaſſung ſchriftlicher Arbeiten mit Uebungen im Disponiren; die Eigenſchaften des guten Styls, Rede⸗ figuren, die Hauptarten des proſaiſchen und poetiſchen Styls. Das Meiſte in Wackernagels Leſebuche III. durchgeleſen, 10 proſaiſche und 10 poetiſche Stücke eingehend beſprochen, 8 Gedichte memorirt. Folgende Themata wurden bearbeitet: 1) Morgenſtund' hat Gold im Mund'; 2) Hell und Dunkel, 2 Bruchſtücke aus dem Briefe eines jungen Lehrers; 3) Gottfried von Bouillon, das Bild eines vollendeten Ritters; 4) Werth einer ſchönen Handſchrift; 5) der Rangſtreit der Thiere, eine Umbildung; 6) Welche Urſachen können die Unfruchtbarkeit eines Baumes bewirken?(Thema von Herrn Zitzer); 7) Müßiggang iſt aller Laſter Anfang; 8) Inwiefern mag bei Katechiſationen über bibliſche Geſchichten auch die moraliſche Anwen⸗ dung zu ihrem Rechte kommen? 9) Das Studium der Natur wirkt höchſt wohlthätig auf den Menſchen; 10) Welches ſind die Kennzeichen einer guten Schule und eines guten Lehrers?— Dazu mehrere amtliche Aufſätze. Orthographiſche Diktate über Literaturgeſchichtliches. Göz.
Weiter 6 Aufſätze über folgende Themata; 1) Die Veränderungen in unſerer Lage, ſeitdem wir Zög⸗ linge der erſten Klaſſe ſind; 2) Freie Wiedergabe des Gedichtes:„Die Jugend“ im Leſebuche Seite 452; 3) Die Bedeutung, welche die Verklärung Jeſu auf dem Berge hat 4) Ueber die pädagogiſchen Strafen (nach beſprochener Dispoſition); 5) Welches ſind die drei Hauptziele aller Gefühlsbildung bei der Jugend, und wodurch wird jedes derſelben erreicht? 6) Mit welchen Mitteln begegnet man einer im Zöglinge bereits ſchon wohnenden Leidenſchaft? Lex.
3 St. Sprachpraxis. Beſchreibung und Beſprechung der reinen Lautir⸗ und Schreibleſemethode, An⸗ wendbarkeit der Syllabirmethode; Vorübungen der Seminariſten untereinander im Leſeunterrichte durch alle Klaſſen einer Elementarſchule, Behandlung und Werth des Anſchauungsunterrichtes und praktiſche Uebungen darin in Klaſſe I. der Elementarſchule. Uebungen im Leſeunterrichte fanden in den 4 Klaſſen der hieſigen Elementarſchule Statt. Becker.
c. Lehre vom Menſchen.
I. Kl. 2 St. Allgemeines über den Menſchen und ſeine Natur; Körperlehre überſichtlich und in pſychologiſcher Rückſicht; Seelenlehre eingehend und mit pädagogiſchen Rückſichten; Lehre vom Geiſte als ſämmtliche Zu⸗ ſammenfaſſung des allenthalben zuvor Angedeuteten; einiges dem Lehrer zu wiſſen Heilſame aus der ſpeciellen Pſychologie, z. B. Seelengeſundheit, Seelenkrankheit, Schlaf, Temperament ꝛc.
d. Erziehungskunde.
II. Kl. 2 St. Im Sommer Schulkunde: Die Volks⸗ oder Elementarſchule, Bedürfniß, Weſen, Zweck, Stellung, Gattungen und Bildungsmittel derſelben; ihre äußere und innere Einrichtung bezüglich der Schüler und Lehrer, insbeſondere im Vaterlande; Weſen, Grundſätze und Mittel der Disciplin oder Schulzucht.— Im Winter: Als Einleitung in die Erziehungskunde oder Lehre von der Zucht die allgemeinſten pädagogiſchen Grundbegriffe nebſt einer überſichtlichen und populären Geſchichte des Geſammterziehungsweſens ſeit dem Be⸗ ſtehen der chriſtlichen Kirche; vom Erzieher und ſeinen nothwendigen Eigenſchaften; von den Zuchtmitteln.
I. Kl. 1 St. Die eigentliche Erziehungslehre: Natur des Zöglings, Individualität, Gebiete der Erziehung nach Maßgabe der Grundanlagen des Zöglings, körperliche Erziehung, Gefühlserziehung, Verſtandescultur, Wil⸗ lensbildung, bürgerliche oder politiſche Erziehung, Begründung und Zuſammenfaſſung aller in der religiöſen oder chriſtlichen Erziehung. Elementarunterrichtskunde im Allgemeinen und Beſonderen, wobei an Ausführ⸗ liches aus der Katechetik angeknüpft und auf Specielles in den Lehrſtunden der betreffenden Fachlehrer hin⸗ gewieſen wurde. Lex.


