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ſelbe von den Zöglingen der Anſtalt, mit einigen Ausnahmen, bemerkt werden.— Leider iſt noch vor dem Schluſſe des vorigen Schuljahres ein Verluſt an der Anſtalt zu beklagen. Am 17. April Morgens früh ſtarb die Taubſtumme Maria Katharina Schubbach von Bermbach, Amts Idſtein, an den Folgen einer Hirn⸗ und hinzugetretenen Bruſtfellentzündung in ihrem 16. Lebensjahre nach neuntägigem Krankenlager und dreijährigem Schulbeſuche. Dieſelbe war eine gut beanlagte, brave Schülerin, die mit dem beſten Erfolge die Anſtalt beſucht hatte, weß⸗ halb ihr Verluſt ſchmerzlich empfunden wird.
II. Geſchichte der Anſtalt.
Nach der am 19. Mai v. J. abgehaltenen öffentlichen Prüfung wurden von den 59 Zög⸗ lingen, welche das Inſtitut zählte, vier Knaben und zehn Mädchen, vier als gut, fünf als ziemlich gut und fünf als gering befähigt entlaſſen.
Mit dem 16. Juni begann der neue Lehreurſus, und wurden aufgenommen 14 taub⸗ ſtumme Kinder, 6 Knaben und 8 Mädchen, von denen zwei Ausländer ſind. Von den neu Aufgenommenen wurde ein Knabe im Sommer v. J. wegen Blödſinns wieder entlaſſen. Aus dem vorhergegangenen Jahrgange wurden drei Kinder wegen zu geringer Fortſchritte in der VI. Klaſſe gelaſſen; dagegen konnte eins von den neu aufgenommenen Mädchen, als etwas vorgebildet, in die IV. Klaſſe eintreten.
Wie gebräuchlich wurde das Stiftungsfeſt der Anſtalt im Juni 1857 und der Geburts⸗ tag Seiner Hoheit des Herzogs am 24. Juli von den Lehrern und Schülern in gewohnter Weiſe gefeiert.
Ende Juli des verfloſſenen Jahres machten die beiden Lehrer Prieſter und Jung mit neun Zöglingen aus der I. und II. Klaſſe eine mehrtägige Reiſe durch Langhecke nach Weil⸗ burg, Braunfels, Wetzlar, Gießen, Friedberg, Nauheim, Uſingen und nach Camberg zurück. Die darüber von den betreffenden Zöglingen ausgefertigten Reiſeberichte werden bei der öffent⸗ lichen Prüfung vorgelegt werden.
Auf einen in der Quartalconferenz vom 16. Juli v. J. deßfalls geſtellten Antrag wurde der Schulcandidat Wilhelm Müller von Weyer, Herzogl. Amts Runkel, durch Hohes Regi⸗ minalreſcript vom 13. Auguſt v. J. ad Num. Reg. 31,310 mit dem 1. September zur Ab— haltung eines Uebungscurſus und zur Aushilfe an die Anſtalt dirigirt, da die aus 15 Zög⸗ lingen beſtehende VI. Klaſſe neben einer andern Klaſſe von einem einzigen Lehrer nicht mit günſtigem Erfolge unterrichtet werden konnte..
Die Herbſtprüfung wurde am 6. October v. J. gehalten und das Winterſemeſter begann am 5. November.
Fünf Knaben und ein Mädchen feierten am 1. Sonntage nach Oſtern d. J. in der Pfarr⸗ kirche zu Camberg ihre erſte heilige Communion und werden ein Knabe und drei Mädchen am nächſten Pfingſtfeſte durch die in der Pfarrkirche zu Walsdorf ſtattfindende Confirmation in die evangeliſch⸗chriſtliche Kirche aufgenommen werden.


