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Am Sonntage des 1. Advents feierte die Anſtalt mit der Stadtgemeinde das heilige Abendmahl.
Vom 23. December bis 5. Januar währten die Weihnachtsferien.
Leider konnten wegen häufig andauernden Heiſerkeiten unter unſern Zöglingen die Win⸗ terconcerte nicht in der üblichen Anzahl gehalten werden, und mußte ſelbſt das gewöhnliche Weihnachtsconcert nebſt der damit verbundenen Chriſtbeſcherung für arme brave Schulkinder der Stadt einige Wochen ſpäter ſtattfinden. 3
Im Laufe des nun in 3 Trimeſter getheilten Schuljahres hielt der Director unter An⸗ weſenheit des Lehrercollegiums drei feierliche Cenſuren, wobei den Zöglingen nebſt geeigneten Zuſprachen und Ermahnungen der Standpunkt ihrer intellectuellen und ſittlichen Entwickelung, ſowie auch die Reihenfolge ihrer eigentlichen Rangſitze eröffnet wurde.
Die Paſſionszeit wurde täglich durch Paſſionserbauungen ausgezeichnet.
An bedürftige brave Zöglinge wurde auch in dieſem Jahre wieder die huldreichſt gewährte Stipendienſumme von 702 fl. vertheilt.
Eine neue Einrichtung erfuhren durch Reſeript Herzoglicher Regierung vom 16. October 1857 die Conduitenbücher und Trimeſtralzeugniſſe. Wenn die Einrichtung auch für das Lehrer⸗ collegium etwas umſtändligher iſt, ſo gewährt ſie dagegen den großen Vortheil, daß der Zög⸗ ling weit ſicherer nach ſeinem Geſammtwerthe als künftiger Lehrer zur Erſcheinung kommt, und daß dennoch bei deſſen Beurtheilung den Lehrern ein weit freierer geiſtiger Spielraum gelaſſen bleibt. Nach der neuen Form der mit Herbſt, Winter und Frühling an die Herzoglichen Schul⸗ inſpectionen, Geiſtlichen ac. abzuſendenden Zeugniſſe wird fortan von der leidigen Sitte, die Zöglingswerthe in Zahlen zu analyſiren, gänzlich abgeſehen.
Nur den wohlthuendſten Eindruck konnte es auf die Schullehrerbildungsanſtalt machen, daß durch Reſcript Herzoglicher Regierung vom 26. Januar 1858 die Volkslehrer als ſtändige Mitglieder in die Schulvorſtände berufen worden ſind. Der ſachverſtändige und ſachliebende Mann der Schularbeit wird alſo von nun an in dem das Schulweſen beaufſichtigenden geſetz⸗ lichen Körper nicht mehr fehlen und auch da das Seine zum Gedeihen der guten Sache wir⸗ ken können. Hoffentlich wird auch die vaterländiſche Kirche eine gleiche Würdigung ihren gewichtigen Arbeitern nicht mehr lange vorzuenthalten Urſache finden.—
III. Statiſtik.
Die Geſammtzahl unſerer Zöglinge betrug im Sommerhalbjahre 50, im Winterhalbjahre 49; von denſelben gehörten 17 resp. 18 der Kl. I., 20 der Kl. II. und 12 der Kl. III. an. Ein Zögling, welcher nach der vorjährigen Abiturientenprüfung noch in Kl. I. zurückgehalten worden war, wurde mit Herbſt als Schulcandidat entlaſſen.
Zur Vermehrung der Seminarbibliothek wurden wieder 125 fl. huldvoll verwilliget und verwendet. Deßgleichen wurden zur Vervollſtändigung der Sammlungen und Appa⸗ rate angemeſſene Summen nicht vorenthalten; insbeſondere verdient erwähnt zu werden, daß 450 fl. zur Anſchaffung und Aufſtellung einer kleineren Uebungsorgel verwilliget ſind, und daß im Laufe des kommenden Sommers das neue Inſtrument wird in Gebrauch genommen werden können. Die Baumſchule erfuhr zugleich eine bedeutende Vergrößerung und Um⸗ zäunung. Durch eine vom Mechanikus Roth zu Idſtein gefertigte und probehaltig gefundene Handfeuerſpritze iſt das Inventarium ſehr angemeſſen vermehrt worden.


