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garten und bei der Anlegung der neuen Baumſchule den Sommer über ſo ſehr in Anſpruch genommen geweſen, daß von eigentlichen Turnſtunden meiſt abgeſehen werden mußte.
4. Disciplin.
Die disciplinariſchen Zuſtände waren im Ganzen recht befriedigend. Als ſehr ſegensreich für die ſittliche Haltung der Schüler der III. und II. Klaſſe erwies ſich wie früher das In⸗ ternat. Bei aller Sorgfalt der Lehrer kann übrigens eine muſterhafte Zucht aller Schüler, beſonders aber der in der Stadt wohnenden Schüler der I. Klaſſe nicht erreicht werden, wenn nicht auch die Bewohner der Stadt in wahrhaft chriſtlichem Sinne mitwirken. Darum habe ich mich in den Programmen von 1856 und 1857 in dieſer wichtigen Sache direct an die Bewohner der hieſigen Stadt gewendet— und nicht vergebens, was ich gerne hier öffentlich
ausſpreche.
5. Geſundheitszuſtand.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler und Lehrer war im Ganzen recht befriedigend. Die wenigen Stunden, welche der eine und andere Lehrer ausſetzen mußte, wurden in collegialiſchem Zuſammenwirken von den andern Lehrern der Anſtalt mit größter Bereitwilligkeit gegeben.— Herr Medicinalacceſſiſt Dr. Thewalt hat den im vorjährigen Programm S. 53 erwähnten Functionen ſich auch in dieſem Schuljahr mit gleich rühmlicher Thätigkeit unterzogen.
II. Chronik.
Die Concursprüfung zur Aufnahme katholiſcher Schuladſpiranten wurde am 15. Mai abgehalten. Gemeldet hatten ſich 16, von denen 9 unbedingt, 3 bedingt zur Probe auf ein halbes Jahr aufgenommen, 2 wegen mangelhafter Vorbildung auf ein Jahr zurückgeſtellt wur⸗ den. Einer hatte ſich für die II. Kl. prüfen laſſen, konnte aber nur in die III. Kl. aufgenom⸗ men werden.
Zur wieder eingeführten Adſpirantenprüfung der Präparanden am 17. Juni 1857 hatten ſich nur 9 gemeldet, die alle als Adſpiranten aufgenommen worden ſind.
Das Schuljahr wurde am 10. Juni eröffnet, die Herbſtferien dauerten vom 18. Sep⸗ tember bis zum 19. October, die Weihnachtsferien vom 23. December bis zum 2. Januar. Sommer⸗ und Winterhalbjahr wurden eröffnet mit Gottesdienſt; darauf fand im Schulſaale Choralgeſang, Gebet, Mittheilung der Schulgeſetze und Anſprache des Directors an die Lehrer und Schüler ſtatt.
In religiöskirchlicher Hinſicht bemerke ich, daß Schüler und Lehrer an Werktagen der h. Meſſe in der Hauskapelle der Anſtalt, an Sonn- und Feiertagen dem vor⸗ und nachmittägigen Gottesdienſt in der Pfarrkirche beiwohnen, und regelmäßig alle 8 Wochen zum h. Abend⸗ mahle gehen..
Das Geburtsfeſt Seiner Hoheit, unſeres allgeliebten Herzogs, wurde am 24. Juli wieder öffentlich gefeiert, und zwar durch Hochamt in der Pfarrkirche, Concert im Schul⸗ ſaal, gemeinſchaftliches Mittagsmahl im Speiſeſaal des Internats und geſellige Unterhaltung in der Gartenwirthſchaft des Herrn Hilbert. Herr Seminarlehrer Müller ſprach in ſeiner Feſtrede über Vaterlandsliebe, ihre Quellen und ihr Hervortreten im öffentlichen Leben. Der


