Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hadamar : 1. Teil
Entstehung
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B. Lehrapparat.

Die Gymnaſialbibliothek weiſt, ungeachtet ihres kurzen Beſtandes, bereits manches gediegene Werk in den verſchiedenen wiſſenſchaftlichen Fächern auf und wird durch liberale Fondsbewilligung der Behörden fortwährend im Stand erhalten, neben Bildung eines echten Kernes, auch die hervorragendſten neue⸗ ſten Erſcheinungen der Literatur zu beachten. Im betreffenden Schuljahre wurden zu dieſem Zwecke 600 fl. verwendet. Verhältnißmäßig wurden auch die andern Apparattheile für Naturwiſſenſchaft, Zeichnen und Muſik ver⸗ mehrt. Namentlich iſt in dieſer Hinſicht der Erwerb einer werthvollen Con⸗ chylienſammlung, vermittelt durch die Güte des Herrn Profeſſors Dr Thomä in Wiesbaden, und einer bei Hrn. Mechanikus Braun daſelbſt conſtruirten Elektriſiermaſchine zu erwähnen.

C. Geſchenke und Unterſtützungen.

Die allgemeine Noth des Jahres, die den milden Sinn derer, die zu geben vermögen, ſo vielſeitig in Anſpruch nahm, ließ armer Gymnaſialſchüler weniger gedenken. So haben wir neben einzelnen im Stillen gereichten Lie⸗ besgaben von Privaten, nur vorzugsweiſe unverzinslicher Vorſchüſſe aus dem kath. Centralſtudienfonds an unbemittelte Schüler, die Theologie ſtudiren wollen, zu gedenken. Dieſe dauerten fort und wurden auch neuerdings be⸗ willigt. Da indeſſen dieſes Unterſtützungsmittel mehr beanſprucht wurde, als die betreffenden Fondsverhältniſſe es erlaubten, und manche Hoffnung darauf gebaut wurde, die nicht erfüllt werden konnte, ſo fand ſich die Be⸗ hörde veranlaßt, durch ein Regiminalreſcript vom 7. December 1847 die wahren Verhältniſſe dieſer Unterſtützungsweiſe wiederholt in Erinnerung zu bringen:

Es könne nämlich überhaupt nur eine beſchränkte Summe zur Unterſtützung für Studirende der kathol. Theologie zur Dispoſition geſtellt werden, und es müſſe, in Hin⸗ ſicht auf bereits geſchehene Zuſicherungen, eine Ermäßigung des zu Gewährenden vor⸗ zugsweiſe im Gymnaſialcurſus eintreten. Demnach könnten Schüler in den untern Claſſen, wenn auch unter den geſtellten äußern Bedingungen, ſich keine beſondere Hoff⸗ nung auf Erlangung dieſer Stipendien machen, die überhaupt nur einer beſchränkten Zahl von beſonders qualificirten und vermögensloſen Gymnaſiaſten bei dem Eintritt in die Secunda und Prima des Gymnaſiums zugeſtanden werden könne, und ſich auch für die Univerſitätsperiode ſtets nur auf eine gewiſſe Anzahl reduciren werde.

Unter den Geſchenken, die unſerm Gymnaſium im Laufe des Jahres ge⸗ worden ſind, verdienen hervorgehoben zu werden die Bereicherung der Bib⸗ liothek durch die neueſten literariſchen Erſcheinungen des Profeſſors Kehrein,