Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hadamar : 1. Teil
Entstehung
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zuletzt die Lehre von den Logarithmen. Hierauf geſchieht der Uebergang zu den andern Theilen der reinen Mathematik, Geometrie, Trigonometrie und Algebra.

3 9) Schöne Wiſſenſchaften. Vorausgeſetzt, daß die Theorie der ſchönen Wiſſenſchaften, mit Beziehung auf die ſchönen Werke des Geiſtes, das Nachdenken erweckt, die Beurtheilungskraft ſchärft und den guten Ge⸗ ſchmack bildet, hält man es für den erſten Grundſatz im Unterrichte, vom All⸗ gemeinen zum Beſondern fortzuſchreiten, ſo, daß das Folgende immer aus dem Vorhergehenden Licht und Beſtätigung erhält; für den zweiten, daß es nützlicher und der Faſſungskraft der Jünglinge weit angemeſſener ſei, ihnen die beſten Gedichte und Reden ſowohl deutſcher als lateiniſcher Schriftſteller, mit Bezuge auf ihre weſentlichen Schönheiten, auf Inhalt, Zuſammenreihung der Gedanken und Einkleidung vorzuleſen, zu erklären, und ſie nebenbei auf äſthetiſche Grundſätze zurückzuführen, als ihnen Stundenlang poetiſche und rhetoriſche Regeln ohne Beiſpiele vorzutragen.

10) Philoſophie. In dem pbhiloſophiſchen Unterrichte werden Vor⸗ leſungen gehalten über die empiriſche Pſychologie, dann über Logik und Me⸗ taphyſik; über philoſophiſche Geſchichte, Moralphiloſophie und Naturrecht.

11) Naturgeſchichte und Naturlehre. Die Naturgeſchichte wird durch alle 4 untern Klaſſen gelehret, und in den Repetitionsſtunden nach Raffs und Schunks Naturgeſchichte vorgeleſen. Zum Vorleſebuch in der Naturlehre bedient man ſich derAnfangsgründe der Naturlehre von Erx⸗ leben, mit Zuſätzen von Lichtenberg.

12) Tonkunſt. In der Vokal⸗ und Inſtrumentalmuſik wird täglich von 121 Uhr Unterricht ertheilt.

13) Zeichenkunſt. Darin wird täglich theoretiſcher Unterricht gegeben. Die Gegenſtände ſind: Figuren, Landſchaften, Blumen und Architectur.

Lehrſtunden.

An den gewöhnlichen Schultagen, als Montags, Dienstags, Donners⸗ tags, Freitags und Samstags nur Morgens, werden 10 Stunden dem öffent⸗ lichen Unterrichte für die 4 untern Klaſſen gewidmet. Die geiſtlichen Pro⸗ feſſoren geben Morgens von 810, Nachmittags von 24 Uhr öffentlichen Unterricht in den Sprachen, der Philologie, in Erklärung der alten Klaſſiker, Aeſthetik, und abwechſelnd in der Geſchichte, Geographie und Mathematik. Die Repetitionsſtunden ſind Morgens von 6 7, von 1011, Nachmittags von 57 Uhr. In dieſen Stunden werden die abgehandelten Lehrgegenſtände in den 4 Klaſſen von den Unterlehrern theils wiederholt, theils einige, als Geographie, Mathematik und Sprachlehre fortgeſetzt; Abends