Aufsatz 
Caesar in Aegypten (48/47 v. Chr.). Historisch kritische Untersuchung / Heinrich Jung
Entstehung
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mit untergingen“., Die von Parthey angeführten Gründe gar, nach denen eine Entfernung der Bücher aus der Bibliothek möglich gewesen wäre, sind aus der Luft gegriffen und widersprechen thatsächlichen Verhältnissen. Denn wir wissen, dass gerade nach der Quellengattung, der wir die Nachricht von dem Brande der Bibliothek verdanken, sich Cäsar vor Ausbruch des Krieges, weil seine Truppenmacht gering war, in der Stadt den Schein vollkommener Sicherheit gab, dass er wie ein aeeω᷑η ³μων auftrat, dass er unter den Alexandrinern wie ein Alexandriner leben wollte(S. 11). Es wäre dann unbegreiflich, wenn sich Cäsar an dem Stolz der Alexandriner vergriffen hätte.

Nur bei seiner Hypothese wird es Parthey(S. 33) deutlich,„warum Dio Cassius a. a. 0. beim Brande nicht geradezu die Bibliothek nennt, sondern nur die Speicher für das Getreide und die Bücher: αëςᷣ τει αeνονs—͗cvε⅛iĩXℳBūHZ o girou œu 16νν εια⁴ααόνιν). Das 1ν m„ινααωωά(&st aber offenbar an αεοσνι—es oi iron angefügt, um eine zusammenhängende und hübsche Ausdrucksweise rds dmοπ νͥά̈s au o dirou val 1 S184„ zu erreichen. Und wie unter den αmρνιινάηναι roν dνou bestimmte Räumlichkeiten gemeint sind(Strabo XVII, 1, 9 nennt sie ,eαιπααεες), so sind auch die αmνινπννά τꝙετναν von einem bestimmten Gebäude, dem Museum, zu verstehen. Uber den Plural, vgl. S. 16, Anm. 3 und über Ortsbezeichnung bei Dio S. 44.

Nicht eine einzige Nachricht giebt uns also eine Berechtigung zu der Annahme, die Bücher seien zur Zeit des Brandes nicht im Museum gewesen. Dass dieses in Flammen aufgehen konnte, ning freilich von seiner Lage ab. Es sei zunächst nochmals auf Strabo XVII, 1, 8 hingewiesen, wo es heisst: dνταeνπιααα( ρακασα⁴εια) uεντιιν σρυνακσιι æα ‿dνο du εν μQη⁵ένον, xu ⸗dα εέeει αιeο. 10 dε Qαάαόσενν μεοο εσσι αάαάα τ Mouveron. Im darauffolgenden Paragraphen zählt Strabo die um den„grossen Hafen“ herumliegenden Punkte(xa προι τν υέενάη uννuĩια am Schluss) auf. Bei der Einfahrt in den„grossen Hafen“ liegen links die Klippen und die Lochiasspitze mit einem Saæαdeν. Wenn man eingefahren ist, befinden sich linker Hand vrexi rois&r τ—ν 1oxαα εα 8„⁴ονσεο αάeꝛσσe. Diese„inneren Königshäuser“ erstrecken sich an dem„gegrabenen und geschlossenen Hafen“ hin und dem Inselchen Anthirrhodus gegenüber, zu ihnen gehört das Theater. In der Aufzählung folgen sodann 10 Eu*τοοιοσν ααάα αꝛtοσισεεα αν ε̈d e d εανοια Hνςαι οσν Aττασιααv. Erinnern wir uns, dass nach Orosius der Brand von den Schiffswerften aus sich ver- breitete, dass von demselben Schriftsteller und Florus das Museum als ein den Schiffswerften sehr nahe gelegenes Gebäude bezeichnet, dass von Dio der Brand der Bibliothek in Verbindung mit dem der Werfte und Getreideniederlagen erzählt wird, endlich, dass zu der Zeit des Brandes der Nordwind wehte(S. 7), so werden wir die Lage des Museums südlich von den amπœταmςσες und vesοια ansetzen müssen. Dann haben sich auch die s ιοειειν εαάσοε, zu denen das Museum gehörte, südlich von dem Emporium, den Niederlagen und den Werften fortgesetzt; nehmen ja doch nach Strabo die Königshäuser den 4. oder gar 3. Teil der Stadt ein! Was Strabo als eine Eigen- tümlichkeit sämtlicher königlichen Bauten bezeichnet, dass sie nämlich mit dem Hafen in Berührung standen, kann nach der oben bestimmten Lage auch von dem Museum gelten ²).

¹) Mit Beziehung auf diese Stelle des Dio schreibt Néroutsos-Bey, S. 33: Un peu plus loin(vom Emporium) commen çatent les Apostases ou magasins et dépôts de marchandises, de blé et de livres— eine prächtige Zusammen- stellung von Magazinen! Über die Bedeutung von οœσταeis vgl. C. Wachsmuth, Stadt Athen, II, 1, S. 105. ²) Kiepert, Zur Topographie u. s. w. und Stoffel, planche 19, haben auf ihren Karten das Museum nach den Untersuchungen von Mahmud-Bey südlich von der kanobischen Strasse, dem späterhin sogenannten—οeμοε, angesetzt, ebenso Néroutsos-Bey, S. 7. Kiepert meint selbst(S. 346, Anm.), nach Strabo müsse das Museum nördlich von dieser Strasse gelegen haben. H. Brugsch, Reiseberichte aus Agypten, Leipzig 1885, S. 10, verlegt die angeblichen Reste der Grundmauern der Bibliothek nahe an den Hafen südlich von dem Emporium, was mit der oben dargestellten Annahme übereinstimmen würde. 3*