Aufsatz 
Caesar in Aegypten (48/47 v. Chr.). Historisch kritische Untersuchung / Heinrich Jung
Entstehung
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1.

Bestimmte nachbarliche Gebäude werden nicht genannt.

Appian II, 90 ist sehr kurz: yονκνε αν(Kæidaοι τdοτπτει τι αάσ⁵εον ꝙʒıυꝓναμνονιπτιο eα oic αςν αάιι ανυααον.

Die UÜbereinstimmung des Florus mit Plutarch, abgesehen von der grösseren Bestimmtheit des letzteren, erstreckt sich nicht bloss auf die Darstellung der Sache, sondern auch auf den Ausdruck, wenn man vergleicht incendio hostium tela summovit— did υσ ιν νεν⁴νυνον ευσσ̈ α væydνς‿)). Es wäre schon somit einleuchtend, dass Plutarch hier auf Livius zurückgeht, wenn nicht noch hinzukäme, dass Lucan in keinem wesentlichen Punkte den beiden Schriftstellern wider- spricht. Ebenso einleuchtend ist es aber auch, dass Dio hier wiederum Livius gefolgt ist. Denn dass Livius in seinem Geschichtswerke den Brand der Schiffswerfte und besonders den der Bibliothek erzählt hat, beweist auch Orosius, zu dessen Darstellung wir jetzt übergehen. Bei demselben heisst es VI, 15, 31: in ipso proelio regia classis forte subducta iubetur incendi. ea flamma cum partem quoque urbis inrasisset, quadringenla milia librorum proæimis forte aedibus condita erussit, singulare profecto monumentum studii curaeque maiorum, qui lot tantague inlustrium ingeniorum opera congesserant. Cäsar hatte also befohlen, die zufällig auf das feste Land gezogene, das heisst auf den Werften befindliche königliche Flotte anzuzünden. Auch Florus spricht nur von einem navalium incendium. Wir haben aber aus Caes. 111, 3 erfahren, dass nur der kleinere Teil der alexandrinischen Flotte auf den Werften war und sein konnte, dass auch in dem Hafen Schiffe verbrannten(vgl. S. 15 f.). Es ist jedoch hieraus noch keine Abweichung des Livius von Cäsar zu folgern, denn der Brand auf den Werften hat das Unglück über die Stadt gebracht und wird deshalb von Plorus und Orosius hervorgehoben. Orosius fährt fort:„als dieses Feuer(auf den Werften) auch einen Teil der Stadt ergriffen hatte, verzehrte es 400 000 Bücher, welche in einem (oder dem) gerade sehr nahe gelegenen Gebäude aufbewahrt waren“. Das„gerade(jedenfalls den Werften) sehr nahe gelegene Gebäude“ wird nicht näher bezeichnet, muss aber in dem von dem Feuer ebenfalls ergriffenen Stadtteil gestanden haben. Erinnern wir uns, dass auch Florus ganz allgemein von aedificia redet, dass aber Dio αemριϑτκφαι τυν m—Sυ isl- nennt und dass unter diesen, wie Plutarch beweist, die grosse Bibliothek, Gebäude wie Bücher, zu verstehen ist; vergegen- wärtigen wir uns, dass Florus, Plutarch und Dio von einer gemeinschaftlichen Quelle, von Livius, hier ausgegangen sind, so ergiebt es sich von selbst, dass Orosius, der doch Livius excerpiert hat, unter prorimae forte aedes nichts anderes verstanden wissen will, als das bekannte Museumsgebäude. Gleichwohl ist von Parthey Das alexandrinische Museum, Berl. 1838, S. 31 f., eine andere Erklärung der Stelle des Orosius aufgestellt worden, die Beifall gefunden hat ¹). Derselbe geht von der Lage des Museums aus und sagt in dieser Beziehung:„Besonders sind es zwei Punkte, welche mit einander im Widerspruch zu stehen und sich gegenseitig auszuschliessen scheinen. Nach Strabos Bericht lag das Museum mit seiner Bibliothek nicht am Meere.— Dagegen scheint aus der Notiz bei Cäsar hervorzugehen, dass die Bibliothek, welche beim Brande der Flotte zerstört ward, un- mittelbar am Ufer gelegen habe“. Strabo XVII, 1, 9 zählt die Punkte auf, welche an den. „grossen Hafen“ grenzen, und erwähnt α ⁵απτιοττσι εασααεx, die sich an den Königspalast auf der Lochiasspitze anschliessen. Von den königlichen Gebäuden sagt er 1, 8, sie umfassten den 4. oder gar 3. Teil des ganzen Umfangs der Stadt, und setzt hinzu αννα uενντοι συνm† ul aA⁴*⁴ινμοις

¹) Ritschl, pag. 29, nennt Partheys Hypothese„einen dankenswerten Aufschluss“. Nach H. Kiepert, Zur Topographie des alten Alexandrien, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, Band VII(Berlin 1872), S. 346 Anm., hat P. das richtige Verständnis der Erzählung von der Verbrennung der Bücher sogar„nachgewiesen“:; nur Judeich, S. 33, teilt die Ansicht P.s nicht, denkt vielmehr an die Verbrennung der Bücher im eigentlichen

Bibliotheksgebäude, ohne jedoch auf den Beweis hierfür näher einzugehen. 3