SSSSSNSNSNONSNOASSNOSOSNONOSASN 9 SSSSSSSSSSS
leicht gefährlich werden. Man beschloss deshalb auf dem genannten Konzile, dass überall die Weltgeistlichen und Laien getrennt von den Mönchen und ausserhalb des Klosters unterrichtet werden sollten. So entstand die schola exterior— der allerdings keine lange Lebensdauer beschieden war,— im Gegensatze zu der schola interior, der eigentlichen Klosterschule.
Auch in Fulda erhielt der synodale Beschluss seine Ausführung. Das Lehrziel beider Schulen war natürlich, der verschiedenartigen Studienzeit und dem anders gearteten Studienzwecke entsprechend, ein verschiedenes. In der schola interior aber, in welcher die theologischen Studien im Vordergrunde standen, wurden deshalb die weltlichen Wissenschaften, die sog. artes liberales, nicht vernachlässigt, sie fanden vielmehr in den höheren Klassen, in dem Trivium(Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und Quadrivium (Musik, Arithmetik, Geometrie und Astronomie) eine sorgsame Pflege. Einen verdienst- vollen Eifer wandte man insbesondere dem Unterrichte in der(deutschen) Volkssprache zu, deren Bedeutung und Berechtigung der(lateinischen) Gelehrtensprache gegenüber man vollauf zu würdigen verstand.
Der Ruhm der Fuldaer Schule unter Raban gründete sich auf ihre vorzügliche Disziplin und Studienordnung sowie auf die hervorragende Tüchtigkeit ihrer Lehrer, nicht zuletzt aber auf das einzigartige wissenschaftliche Ansehen, welches ihr Leiter auf dem ganzen christlichen Kontinente genoss. Raban hatte im Kloster eine überaus reichhaltige Bibliothek angelegt und selbst eine ausserordentlich fruchtbare literarische Tätigkeit entfaltet, welche sich auf fast alle Gebiete des kirchlichen Lebens und des damaligen theologischen Wissens erstreckte. Er hatte exegetische, homiletische, asketische, dog- matische, didaktisch-liturgische und pädagogische Werke verfasst und Gedichte ver. öffentlicht, von denen eines(De Laudibus S. Crucis)„wegen seiner künstlichen Spielereien mit Worten und Buchstaben Jahrhunderte lang bewundert wurde.“ Der Ruhm seiner Gelehrsamkeit war in aller Munde. Kein Wunder, dass deshalb von allen Seiten Schüler zu ihm kamen, dass weitentlegene Klöster ihre tüchtigsten und strebsamsten Mönche zu weiterer Ausbildung ihm zusandten, und dass neugegründete Klöster(Hirschau, Corvey) Fuldaer Mönche sich erbaten. So wurde Fulda unter Rabanus ein Centrum deutscher Wissenschaft und christlicher Kultur für ganz Germanien. Seine Schüler wirkten an den bedeutendsten Schulen Ost— und Westfranciens: so Werinbert und Hartmut in St. Gallen, Walafrid Strabo in Reichenau, Servatus Lupus in Ferrieres und der berühmte Verfasser des althochdeutschen Evangelienbuches, Otfrid, in Weissenburg.
Die hohe Bedeutung der Fuldaer Schule für das geistige und wissenschaftliche Leben des Reiches fand allenthalben Ausdruck und Anerkennung. Auch die deutschen Herrscher liessen es nicht daran fehlen. Sie ehrten das Kloster durch ihren Besuch
(Karl d. Gr. Ludwig der Fromme, Ludwig der Deutsche, später Arnulf, Konrad I, Heinrich I., Otto I. u. s. w.) oder bereicherten es durch Schenkung von Rechten und Besitz:
Fulda war bald das reichste Kloster im ganzen Reiche.


