Aufsatz 
Königliches Gymnasium zu Fulda : Festschrift zur Gedenkfeier des 100jährigen Bestehens der Anstalt seit ihrer Neugestaltung 1805-1905
Entstehung
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Fna, erhebt mit vollem Rechte Anspruch darauf, der Sitz der ältesten Gelehrtenschule Deutschlands zu sein. Diese ist um die Mitte des 8. Jahr- hunderts von Sturmi, dem Schüler des deutschen Apostelfürsten Bonifatius, gegründet und schon zu Anfang des 9. Jahrhunderts unter Rabanus Maurus Mittelpunkt und Pflanzstätte der Gelehrsamkeit in den deutschen Gauen geworden. Unter mannigfachen Schicksalen bestand diese Schule bis um die Mitte des 16. Jahrhunderts; ihr alter Glanz war freilich im Laufe der Zeiten fast vollständig verblichen.

Zur Neubelebung des höheren Schulwesens in Fulda berief nun Fürstabt Balthasar von Dernbach 1571 die Jesuiten in sein Land. Diese eröffneten 1572 ein Gymnasium, das aus 5 Klassen bestand; an diese schlossen sich noch 2 philosophische Kurse an. Auch diese Schule gelangte bald zu grosser Blüte und zählt unter ihren Zöglingen recht angesehene Namen auf.

Nach Aufhebung des Jesuitenordens 1773 fiel das Gymnasium mit seinen Fonds an den Diözesanklerus und wurde alsHochfürstliches Gymnasium der Leitung des Benediktinerkonvents unterstellt. Als aber infolge der Säkularisation im Herbst 1802 Erbprinz Wilhelm von Oranien-Nassau das Fürstentum Fulda in Besitz genommen hatte, hob er die seit 1734 hier bestehende Universität auf und errichtete im Oktober 1805 eine neue höhere Anstalt unter dem Namen eines Lyceums und setzte dies mit dem schon bestehenden Gymnasium in Verbindung. Diese beiden von Anfang an ver- einigten Schulen erhielten 1835 eine noch engere Verbindung untereinander

und den gemeinschaftlichen Namen Kurfürstlich Hessisches, seit 1866 König- lich Preussisches Gymnasium.