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musß. In der deutſch⸗franzöſiſchen Ausſprache werden nämlich die weichen Buchſtaben lſoll wohl heißen: Laute] alle zu hart, und die harten alle zu weich, d. h. nicht ſcharf genug und mit zu viel Aspiration ausgeſprochen.“ Und weiter(S. 31):„Der als Urquell dieſer deutſch⸗franzöſiſchen Ausſprache zu betrachtende Irrtum beſteht darin, daß man die weichen franzöſiſchen Konſonanten b, d, g, j, z, weich s und x, den deutſchen ſd. h. den mittel⸗ und ſüddeutſchen] gleich behandelt, d. h. ſie nur als ſolche kennzeichnet, welche„weich, gelinde, ſanft“ u. ſ. w., alſo mittelſt eines ſehr gelinden Luftſtromes auszuſprechen ſeien, während man den weſentlichen Unterſchied dieſer Laute im Franzöſiſchen von den entſprechenden deutſchen faſt allgemein ganz außer acht läßt. Derſelbe beſteht aber bei b in einem kurzen Vorlaut von m, bei d und hart g in einem ſolchen von n, bei j und z in dem ſummenden Halbvokal.“ Die Hauptſchwierigkeit, mit der wir alſo im Konſonantismus zu kämpfen haben, iſt der bei uns nicht vorhandene Unterſchied zwiſchen ſtimmhaften und ſtimmloſen Lauten.„Stimmhaft heißen die Konſonanten, wenn bei ihrer Hervorbringung ein leiſes Summen der Stimme gehört wird, ſtimmlos, wenn ein ſolches Summen nicht vorhanden iſt.“(Merkel, a. a. O.) Was Merkel alſo als„Vorlaut“ m und n und als„ſummender Halbvokal“ bezeichnet, iſt der die betreffenden Konſonanten begleitende Stimmton, und wenn auch„ein m und n nicht vollkommen dem kurzen Laut entſpricht, welcher dem franzöſiſchen b, d und harten g vorhergeht“(Merkel,a. a. O. 11, S. 41), ſo haben wir hier doch das Hülfs⸗ mittel, dieſe uns fremden Laute dem Schüler beizubringen. Bei der Einübung von b, d, g, weich x laſſe man im Anfang die Schüler den Stimmton in Geſtalt eines vorgeſchlagenen m, bezw. n recht lange anhalten, dann nach und nach immer kürzer ausſprechen, bis kein wirkliches m oder n mehr, ſondern der reine Stimmton vorhanden iſt. Auf dieſe Weiſe übe man die ſtimmhaften Konſonanten zuerſt im Anlaut, da ſie hier leichter zu ſprechen ſind, dann im Inlaut ein. Um die Schüler in der Weſen der ſtimmhaften s, z, j(g vor e und i) einzuführen, mache man ſie darauf aufmerkſam, daß der mit dieſen Lauten verbundene„ſummende Halbvokal“ dem Ton ähnlich iſt, den eine an der Fenſterſcheibe ſummende Wespe oder Biene von ſich giebt, ſpreche ihn lang angehalten dann vor, und die Schüler werden hierauf mit großem Eifer verſuchen, dieſen ihnen nun nicht mehr fremden Laut richtig nachzubilden. Aehnlich mache man es mit dem Stimmton des ebenfalls in Mittel⸗ und Süddeutſchland nicht heimiſchen labio⸗dentalen v. Auch hier übe man zuerſt Anlaut, dann Inlaut. Beim ferneren Leſen und Sprechen laſſe man keinen dieſer Konſonanten ungerügt hingehen, der nicht dieſen Stimm⸗ ton hat.
Wie auf der einen Seite mit unerbittlicher Ausdauer auf ſtetes Ausſprechen des Stimmtons gehalten werden muß, ſo muß„mit gleicher Conſequenz aber auch auf die entſchiedene Schärfe des, ch, f und des nicht weichen s(beſonders am Anfang der Wörter), ſowie auf die Vermeidung des Hauches bei p, t, hart e
und g(alſo nicht p⸗h, th, kh) gedrungen werden“(Merkel, a. a. O. II, S. 46); ferner auf die Vermeidung des Stimmeinſatzes bei vokaliſchem Anlaut und manchmal auch im Innern der Wörter.“„Beides wird am ſicherſten durch Vorſprechen erreicht, welchem überhaupt neben der Belehrung über das Wie? die wichtigſte Rolle beim Einüben des richtigen Sprechens zufällt.“(Kühn, a. a. O. S. 16.)
Eine richtige Ausſprache des iſolierten Wortes bedingt jedoch noch nicht die richtige Ausſprache des⸗ ſelben innerhalb des Satzes, hier kommen als neue Schwierigkeiten hinzu die Abſchleifung des von uns Deutſchen zu ſtark ausgeprägten Wort⸗ nnd die Beachtung des Satzaccents, das hierdurch zu erzielende flüſſige, geläufige Leſen und die damit zuſammenhängende Bindung der Wörter.
— Auch über dieſes„Herüberziehen“ giebt Ploetz Regeln, allein gerade hierfür ſind ſie noch weniger angebracht, als für die Ausſprache der einzelnen Laute, da ſolche, mit wenigen Ausnahmen, von den Franzoſen ſelbſt nicht allgemein und durchaus eingehalten werden.*) Ein fortwährender Zwang zum Achten auf
*) Vgl. Plötz, Syſtem. Darſtellung der franzöſiſchen Ausſprache, 10. Auflage, S. 131:„Ddie Sprache des Umgangs unterſcheidet ſich von der des höheren Vortrags und der Deklamation der Poeſie unter andern durch eine viel größere Freiheit in Bezug auf die Vindung“).


