Aufsatz 
Die musikalischen Schätze der Gymnasialbibliothek und der Peterskirche zu Frankfurt a.M
Entstehung
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Gedruckt zu Goslar] Bey Nicolao Dunckern,] Anno 1637. In Quarto. Prima vox(A L), Vox secunda(AL), Vox tertia(a!). Bassus Continuus: (a-i, 2); die letzten fehlenden Blätter sind handschriftlich ergünzt. Am unteren Rande finden sich bei jeder Nummer lateinische Distichen, die dem Text der Gesänge entsprechen. Z. B. B(in der I. Vox): Flevimus heu satis heu PATRIAE miserable Fatum! Eruta cuncta, jacent, Curia, Templa, Domus.

Noster Jova juva: Bellum crudele relega Monstrum. Sit populo Paxque Quiesque Tuo.(B. ²).

Vos hilares servite Deo, timor illius adsit: Iratum gravis est res habuisse Deum.

In Vox sec.(A ³) 2 längere Carmina.(Ad caetum Musicum haec cantica colligentem).

Die Sammlung enthält 55 Gesänge, 1 40: 2 voc; 40 55: 3 voc. Die Tonsetzer sind: Nicol. Erich(1), Jac. Finetti(7), Heinr. Grimm(2), Nicol. Heineccius(6), Incerti Autores(4), Joh. Krause(3), Tobias Michael(1), Claud. Monteverde(1), Andr. Ohm(2), Balth. Peter(1), Poschius(5), Michael Praetorius(5), Jul. Ernst Rautenstein(3), Sam. Scheidt(4), Joh. Herm. Schein(3), Heinr. Schutz(1), Caspar Trost(2), Ludov. Viadana(2), Joh. Wagner(1), Joh. Weber(1). (= 20 Componisten). [Vergl. J. Fr. Täglichsbeck, die musikalischen Schätze der St. Katharinenkirche zu Branden- burg a. d. Havel. Brandenburg 1857.(p. 46, No. 33. a.) über den Fasciculus primus.] Die Vorrede lautet folgendermassen: Dem Durchläuchtigen Hochgebohrnen Fürsten vnd Herrn, Herrn GEORGEN, Herzog zu Braunschweig vnd Lüneburg, Des Hochlöblichen Nieder Sächs. Craiss Hochverordneten Generaln,&c. Vnsern gnedigen Herrn, etc. Durchläuchtiger Hochgebohrner Fürst, gnediger Herr, etc. Was die Edle Music für eine nötige, nützliche vnd löbliche Kunst sey, ist allen Philomusen vnd Liebhabern derselben vn- verborgen, auch sonsten andersswo der Genüge nach an- vnd aussgeführet. Anjetzo der Mo- teten vnd Musicalischen Arten zugeschweigen, So man nur die biss dahero also genante Concerten ansiehet vnd erweget, Befindet sichs, dass selbe nicht so schlechter Important, als wol manche, denen nur Vocum pluralitas vnd grosses Gedöhne, so die Ohren füllet, beliebet, ihnen einbilden möchten. Massen ja vnleugbar, dassdurch solche liebliche Concerten eine grössere Andacht je vnd allezeit erwecket wird, denn etwa durch jene. So gar dass, wenn wir dem bekanten Vers Beyfall geben wollen:

Non vox, sed votum; non Musica chordula, sed cor;

Non clamor, sed amor, clangit in aure Dei:.

Wir trawen bekennen müssen, dass bey vollstimmigen Moteten zwar Poa vberflüssig vernommen, aber VFotum vnd Verstandt der Wörter, auch von einem gar fleissigen Zuhörer, wofern ihm das Stück nicht wol bekant, schwerlich erlanget werde, vnd es also heisse: Vox est, praetereag; nihil. Da hingegen bey ermelten Concerten, wann dieselbe von wolgeübten Personen mit 2, oder mehr Stimmen in liebliche Musicalische Instrument gesungen werden, wol vom gemeinen Volck, so es mit Andacht vnd feiner Stille zuhöret, nicht allein die schöne Melody vnd suavitas vocis, sondern auch rerum intellectus, oder der Verstandt der gesungenen Dinge, welcher aus den geistreichen, wohlgesagten vnd vernehmlichen Worten entstehet, nicht ohne sonderbahre grosse Lust vnd angenehmen gefallen, wie auch grössere Andacht vnd Bewegung, angehöret vnd ver- nommen wird. Welches denn nichts anders ist, als was König David saget, da ohne zweiffel auch dergleichen von seinem Capellen Meister dem Assaph, laut der Vberschrift vorgesungen