Prüfung zurückgewiesen werden; sämtliche übrigen Schüler bestanden die Prüfung, 17 wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Einem Hospitanten, der der Anstalt nur ein halbes Jahr angehört hatte, und der eine Ergänzungsprüfung im Lateinischen und Griechischen zu machen beabsichtigte, konnte das Gymnasial-Reifezeugnis nicht zuerkannt werden. Die schriftliche Abschluſsprüfung der Abteilung II findet in den Tagen vom 13. bis 21. März
statt, die mündliche wird unter dem Vorsitze des Herrn Prof. Dr. Baier am 28. März abgehalten werden.
3. Gesundheitszustand, Todesfälle.
Wäahrend des gröſseren Teiles des Schuljahres war der Gesundheitsstand bei Lehrern und Schülern recht zufriedenstellend, im letzten Quartal aber hatte die Anstalt unter der allgemein auftretenden Grippe(Influenza) zu leiden, durch die eine gröſsere Anzahl von Lehrern zu längerer oder kürzerer Unterbrechung ihrer Berufsthätigkeit gezwungen war und viele Schüler am Schulbesuche gehindert wurden. Von schwereren Erkrankungen wurden die Herren Professor Dr. Berch, Professor Dr. Schütz, Pro- fessor Caumont und Oberlehrer Zint betroffen. Herr Professor Dr. Israel-Holtzwart muſste im Winterhalbjahr infolge seines Allgemeinbefindens eine weitere dauernde Unter- richtserleichterung nachsuchen.
Der Untersekundaner Heinrich Kapff, ein tüchtiger, strebsamer, bei Lehrern und Kameraden beliebter Schüler, erlag nach längerem schwerem Leiden am 22. April 1894
der Leukämie. Seine Klassengenossen gaben ihm das letzte Geleit.
4. Die Durchführung der Frankfurter Lehrpläne.
Die oberste der Klassen nach dem Frankfurter Lehrplan erreicht mit dem Schlusse des ablaufenden Schuljahrs die Versetzung nach Untertertia und wird also von Ostern ab den lateinischen Unterricht beginnen. Wir treten damit in den bedeutsamsten Teil unseres Unternehmens ein. Die Anmeldungen von anderen Schulen zu dieser Klasse sind so zahlreich ausgefallen, daſs die zulässige Maximalzahl nicht unerheblich überschritten worden ist. Infolge dessen haben die höheren städtischen Behôörden sich entschlossen, die Mittel zur Teilung der Klasse und zur Anstellung eines weiteren Lehrers zu bewilligen, wofür wir auch an dieser Stelle unseren wärmsten Dank aussprechen. Den Eltern, die darauf gerechnet hatten, daſs sie ihre Söhne noch nach dreijährigem Besuche einer lateinlosen Schule in das Gymnasium übertreten lassen könnten, wäre es allerdings eine Enttäuschung gewesen, wenn sie jetzt hätten zurückgewiesen werden müssen. Für den Reformversuch gewinnen wir den Vorteil, daſs die Erfahrungen mit dem neuen Lehrgange von vornherein in zwei Klassen gemacht werden, und daſs die Lehrer der Parallelklassen ihre Beobachtungen austauschen können. Für die Sexta waren auch in diesem Jahre die Anmeldungen erheblich höher als die Möglichkeit der Aufnahme.
Das UÜbungsbuch für den lateinischen Anfangsunterricht von Oberlehrer Dr. Wulff G. Frankfurter Lehrpläne S. 41 und Programm 1894 S. 49) ist vollendet und erscheint im Weidmannschen Verlage. Wie im Entwurf vorgesehen war, verfolgt es das Ziel, in


