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Lehrern, die seit Anfang des laufenden Jahres an der Anstalt wirken, Zulagen von 150 bis 450 Mark bewilligt haben.
1. December. Dasselbe theilt mit, dass der Pedell Baurhenne defnitiv bestellt worden ist.
15. December. Das Königliche Provinzial-Schulcollegium theilt neue Bestimmungen über die Ableistung des Probejahres mit, wobei nochmals ausgesprochen wird, dass die Ableistung des Probejahrs an höheren Bürgerschulen nicht ausgeschlossen ist.
31. December. Dasselbe theilt eine Bestimmung über die Reclamation von Lehrern und Beamten für den Fall einer Mobilmachung mit.
6. Februar. Das Curatorium theilt mit, dass die städtischen Behörden 9 wissenschaft- lichen Lehrern Remunerationen von 50 bis 150 Mark verwilligt haben, wodurch der in Folge Abgangs mehrerer Lehrer im Laufe des Jahres 1876 verfügbar gebliebene Rest des Normaletats zur Verwendung kam. Die den 14. August 1874(siehe Programm von 1875 p. 27) mitgetheilte- Einführung des Normaletats vom 20. April 1872 für die wissenschaftlichen Lehrer ist somit für 1876 nunmehr thatsächlich zur Ausführung gekommen. Die 4 ersten wissenschaftlichen Lehrer geniessen den ihnen zufallenden Betrag seit dem 1. Januar resp. 1. April 1876 als Gehalt, für die übrigen hat der immer noch sehr starke Lehrerwechsel, der sogar in 1876 stärker als je war, eine definitive Regelung bis jetzt unmöglich gemacht.
Das Curatorium der höheren Bürgerschule besteht aus den Herren: Oberbürgermeister Weise, Stadtschulreferent Dr. theol. Hochhuth, Stadtrath Fabrikant Wittich, Stadtrath Haupt- mann a. D. Engelhardt, Kaufmann Rittershausen, Goldarbeiter Scheel und dem Rector Dr. Buderus.
Das Schuljahr nahm Montag den 24. April seinen Anfang mit der Prüfung und Aufnahme
der angemeldeten neuen Schüler.
An Stelle der beiden Reallehrer Pfarrer Spangenberg und Aschermann, deren Abgang
im vorigen Programm schon angekündigt wurde(pag. 9), traten mit Beginn des Schuljahres ein
Dr. Grosse und Pfarrer Rehorn. Der letztere verliess bereits mit Ende des Sommerhalbjahres die Anstalt wieder, da er, veranlasst durch den inzwischen eingetretenen Tod seines Vaters, vor- erst wieder in das Pfarramt zurückzukehren beabsichtigte. Der Erstere hat sich durch ein vor- theilhaftes Anerbieten der Landwirthschaftsschule zu Marienburg in Preussen veranlasst geschen, um seine Entlassung mit Schluss des Schuljahres nachzusuchen.
Mit dem Schlusse des Sommerhalbjahres verliessen ausser dem oben genannten die Anstalt: Reallehrer Dr. Wachenfeld, um als ordentlicher Lehrer an dem Gymnasium zu Hersfeld einzutreten, Reallehrer Pfarrer Zinn, um die Wahl als Pfarrer zu Grebenstein anzunehmen, Real- lehrer Dr. Hartmann, um als ordentlicher Lehrer an das Gymnasium zu Rinteln überzugehen.
Mit Versehung der hierdurch vacanten Stellen wurden vorerst beauftragt: Dr. Heinrich Ide, Carl Hülsm ann, Dr. Wilhelm Hasselbaum und Carl Heinemann.
Dr. Ide, geboren den 9. Januar 1851 zu Prusen, evangelischer Confession, nahm, nachdem er an dem Gymnasium zu Hersfeld die Maturitätsprüfung bestanden hatte, an dem Feldzuge gegen Frankreich in 1870 und 1871 als Freiwilliger Theil, studirte darauf zu Berlin und Marburg, bestand im Mai 1876 die Prüfung pro facultate in Marburg und war seit dem 8. August 1876 als Probecandidat an der höheren Bürgerschule thätig. Den 13. November wurde er von der philosophischen Facultät der Universität Marburg zum Doctor promovirt.
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