Aufsatz 
Schillers Wallenstein. Eine Vortragsprobe
Entstehung
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18 des Herzogs Mörder zu werden, den sie so hoch verehrten und so sehr fürch-

teten. Selbst das religiöse Bedenken hält sie nicht zurück.

Ja! hör'! Wen du sonst willst! Dem eignen Sohn, wenn's Kaisers Dienst verlangt, Will ich das Schwert in's Eingeweide bohren. Doch sieh, wir sind Soldaten, und den Feldherrn Ermorden, das ist eine Sünd' und Frevel,

Davon kein Beichtmönch absolviren kann.

Den Vertreter der Schweden, Oberst Wrangel, eine vom Dichter fiu- girte Persönlichkeit, lernen wir in der Unterhandlung mit Wallenstein nicht nur als tapfern Krieger, sondern auch als gewandten Diplomaten kennen.

Die idealen, angekränkelten Gestalten, Max und Thekla, wurden schon oben kurz besprochen; die übrigen, mehr oder weniger untergeordneten, theils hi- storischen, theils erdichteten Persönlichkeiten bedürfen keiner weiteren Erör- terung.

So hat uns denn Schiller mit denWallenstein ein Werk geschaffen, das eine unvergleichliche Stelle in unserer dramatischen Literatur einnimmt. Und wenn bald dieselbe Zeit wiederkehrte, die er uns in seiner Dichlung vor- führte; wenn man wieder, wie zu des Friedländers Zeit, um der Menschheit grosse Gegenstände, um Freiheit und um Herrschaft rang; wenn in den französischen Kriegen ein neues Wallenstein'sches Lager sich bildete, und der Mann auf der Weltbühne erschien, dem die Sterne das Schicksal und die Schuld Wallensteins bereiteten: wer wollte es dem sinnigen Volke verargen, wenn es in dankbarer Pietät seinem Lieblinge eine höhere Sehergabe zuerkannte,

und ihn als gotltbegeisterten Sänger verehrte?