42 Weltanschauung nach dem Essay of man.— d. Die Beweise des Sokrates für die Unsterblich- keit der Seele im Phädon.
4. a. Der Einfluss der geographischen Gestaltung Griechenlands auf den Gang der griechischen Geschichte.— b. Concurrenz und Association oder Eins von beiden.
5. a. Vergleichung der Erkennungsscene in der Iphigenie des Euripides mit derjenigen in Göthe's Iphigenie.— b. Vergleichung der beiden Stücke im allgemeinen.— c. Vergleichung der Euripideischen Iphigenie in Aulis mit derjenigen Racine's.— d. Das Eingreifen des Schick- sals in Schiller's Braut von Messina.
6. Die Pharisäer nach dem Neuen Testamente.
7. Principiis obsta(Classenaufsatz).
8. Die rechte Benutzung der Zeit nach den schillerschen Sprüchen des Confucius.
9. a. Neugier und Wissbegierde.— b. Ende gut alles gut.
10. a. Es ist ein Trost im Unglück Leidensgenossen zu haben.— b. Die Gewohnheit ist eine zweite Natur.
11. Classenarbeit der Unterprima. Gibt es erlaubte Lügen?
Abiturientenexamen Herbst 1876.
Schriftliche Prüfung 21. bis 25. August einschl., mündliche Prüfung am 16. September. Die Prüfung bestand:
Ernst Lotz, geboren zu Homburg v. d. H., 17 J. 9 M. alt, 2 Jahre auf der Schule und in Prima. Er hat die Universität Strassburg bezogen, um neuere Sprachen(einschl. der deutschen Sprache) zu studiren.
Prüfungs-Aufgaben: 1. Deutscher Aufsatz: Sieh, da entbrennen im feurigen Kampf die eifernden Kräfte,— Grosses wirket ihr Streit, Grösseres wirket ihr Bund.— 2. Französischer Aufsatz: De quels évènements historiques les bords du Rhin ont-ils été la scène?— 3. Englisches Exercitium: Gegen das Ende der Regierung Richard's I. hatten die Adligen, deren Macht während der Regierung Stephan's sehr gross geworden war, und welche die Klugheit Heinrich's II. kaum in einen gewissen Grad von Unterwürfigkeit gegen die Krone zurückgeführt hatte, ihre alte Zügellosigkeit im äussersten Grade wieder aufgenommen. Indem sie die schwache Einmischung des englischen Staatsrathes verachteten, ihre Schlösser befestigten, die Zahl ihrer Anhänger vermehrten und alle um sie her in einen Zustand der Abhängigkeit brachten, strebten sie durch jedes Mittel in ihrer Macht, sich, ein jeder an die Spitze solcher Streitkräfte zu stellen, welche ihn in den Stand setzen könnten in den nationalen Zuckungen, welche bevorzustehen schienen, eine Rolle zu spielen.
Die Lage des niederen Adels oder der Franclins, wie sie genannt wurden, wurde nun ungewöhnlich misslich. Die meisten stellten sich unter den Schutz irgend eines der kleinen Könige in ihrer Nachbarschaft, indem sie feudale Aemter in seinem Haushalte annahmen oder durch gegenseitige Verträge einander Bündniss und Schutz versprachen. Aber dies geschah mit dem Opfer der Unabhängigkeit, die jedem englischen Herzen so theuer ist, und unter dem ge- wissen Wagniss als Partei in jede unbesonnene Unternehmung verwickelt zu werden, welche der Ehrgeiz ihres Beschützers sie zu unternehmen veranlassen möchte.


