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gabe zutheil werden liessen, und welche möglich machte so weit zu kommen, wie wir gekommen sind. Den Eltern aber muss ich hier auch meinen wärmsten Dank sagen für das vertrauensvolle Entgegenkommen, welches ich stets bei ihnen gefunden habe. Ich werde immer gern daran zurück denken, dass es mir vergönnt war, an so wichtiger Stelle neun Jahre hindurch an der Erziehung und Uuterweisung der hiesigen weiblichen Jugend mitzuarbeiten; ich würde daran immer mit Freuden gedenken, wenn mich auch nicht so werthvolle und schöne Erinnerungs- zeichen an diese Zeit gemahnten, wie sie mir von den Eltern der Schülerinnen und von den Schülerinnen der Seminarclasse gewidmet sind. Diese werden nun allerdings auch durch ihre äussere Gegenwart bei mir und den Meinen das Andenken an diesen freundlichen und bedeuten- den Abschnitt meines Lebens erhalten. Nicht ohne Wehmuth bin ich von der mir lieben Jugend geschieden, die mir auch, wenn mich nicht alle Zeichen trügen, stets mit Zutrauen entgegen- gekommen ist und mir anhängliche Gesinnung bewahrt. Möge denn die Elisabethenschule, dieser Zweig der ursprünglichen Musterschule, in ihrer selbständigen Stellung gedeihn und blühn!
Im Alleinbesitz des alten Schulhauses konnte nun die Realschule(Musterschule) wenigstens den vorgeschobenen Posten am Bockenheimer Thore aufgeben und auch die Schaar der kleinen Knaben wieder heranziehen, die sich nun da munter tummeln, wo bis zum Herbst die zierlicheren Mädchenspiele ein lebendiges und buntes Bild harmloser Jugendlust boten.
Die Vorstellung aber, der ich schon manchmal begegnete, nun müsse Ueberfluss an Raum sein, ist eine durchaus irrige. Alte, den gesundheitsmässigen Anforderungen an Luft und Licht keineswegs entsprechende Classenzimmer mussten beibehalten werden, zu einer Classe ist nach wie vor der Zugang nur durch eine andere Classe zu gewinnen, und wäre die Schülerzahl nicht in Folge der neuerdings eingeführten Wechselabtheilungen sehr ungleich, so dass kleine Räume mit zur Verwendung kommen können, würden wir schon jetzt in grosser Verlegenheit sein; vom Zeichensal, der einzelne Classen ungetheilt gar nicht aufzunehmen vermag, u. a. m. zu schwei- gen. Alles drängt somit darauf hin, den von den Behörden genehmigten Neubau eines Schul- hauses für die Musterschule so bald als möglich in Angriff zu nehmen, obschon wir bedauern müssen aus unsrer der Mitte der Stadt mehr genäherten Lage hinausgeschoben zu werden.
Steht für die räumlichen Uebelstände nun baldige Hülfe durch die Behörden in Aus- sicht, so müssen wir es bedauern andererseits nicht ebenso bereitwillige Hülfleistung eröffnet zu sehen. Unsere Bibliothek ist auf die kärglichsten Mittel angewiesen, so dass wir nicht einmal im Stande sind zu beschaffen, was für das Lehrerbedürfniss ausreicht, soweit dieses in der Bücher- sammlung der Schule seine Befriedigung finden muss. Es ist hier nicht der Ort mit den städti- schen Behörden zu rechten, welche so geringe Mittel für die Bibliotheken der höheren Schulen der Stadt ausreichend hielten und in einer den Zwecken des Unterrichts mehr dienlich zu machenden Stadtbibliothek uns sehr zweifelhaften Ersatz in Aussicht stellten; aber wir bedauern in Folge davon ausser Stande zu sein eine Schülerbibliothek zu gründen, wie sie sonst fast überall an den höheren Schulen besteht und zur Ergänzung des Unterrichts durchaus nöthig ist. Es ist die Aufgabe der Schule den Lesetrieb der ihr anvertrauten Jugend nicht wild in's Kraut schiessen zu lassen, sondern ihm auf gesundem Boden gedeihliches Wachsthum zu bereiten. In Geschichte, Erdbeschreibung, Naturwissenschaften, in Dichtung und anderer Kunst unseres Volkes aber auch anderer Völker müsste die Schule die passendsten Werke zur Ergänzung des Unter- richts den Schülern, namentlich der oberen Classen, bieten können, wo man nicht erwarten darf, dass durch das Elternhaus das Nöthige oder Wissenswerthe beschafft werden kann oder beschafft wird. Es wäre gewiss erfreulich, wenn man bewirken könnte, dass in unsern wohlhabenden Kreisen grössere Mittel anf gute Bücher verwendet würden, aber wenn wir warten sollen, bis es


