Aufsatz 
Über die Ausdehnung der säkularen Bewegungen des festen Erdbodens : 1. Teil
Entstehung
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suchen muss um sich auszudehnen, er schreitet nach Westen vor, dort bedeckt er dieselbe Fläche Land, die er im Osten oder Nordosten einbüsste, mit Wasser, drückt sie abwärts, die feurig-flüssige Woge sucht dem Drucke zu entfliehen und das Land sinkt ein, der Ocean greift vor, doch der erneuerte Druck hebt solches wieder, aber in entgegengesetzter Richtung empor. Daraus folgt, dass der Osten Amerikas sinken muss, er empfing und empfängt die im Norden und Westen der alten Welt keinen Platz mehr findenden Gewässer der Oceane und Meere.

Diese drängen sich aber auch südwärts in das noch tiefere Becken des Pacific und be- graben dort die Ueberreste eines gewesenen Erdtheils.

Hat Europa sich wieder ausgedehnt bis an Grönlands Küsten und bis zum Norqdpol,¹) haben die Azoren und Spaniens Westen sich die Hand gereicht zur Verbindung, berührt Afrikas Westen sich mit Südamerikas Nordosten, dann wird Australien und seine Inseln von der Erde verschwunden sein und ein gewaltiger Ocean deren Stelle eingenommen haben; zu gleicher Zeit bricht das Verderben wieder über den Ostrand Asiens ein, auch er und der ganze Continent muss schliesslich wieder verschwinden, und die Reihe trifft alle Erdtheile mit zwingender Noth- wendigkeit..

Unsere heutige nordäquatoriale Landmasse verschwindet dann, um dem vom Süden und Westen nach Norden und Osten gedrängten Meere Platz zu machen.

Der neue Südwest-Continent, dessen Untergang wir die heutige Welt verdanken, kommt wieder zum Vorschein. Die grösste Länderhalbkugel ist wieder die südliche; die Erdtheile erreichen nach Süden zu ihre grösste Breitenausdehnung und spitzen sich nach Norden zu. Jene Eismauer, die gegenwärtig den Südpol versperrt, wird der Befahrung des Nordens entgegen- stehen: die Eisperiode der Erde erscheint zum zweitenmale auf der nördlichen Halbkugel.

So kreist Meer und Land, Land und Meer im»ewigen Wechsel«, aber sie sind willen- lose Werkzeuge der im Innern unseres Planeten wohnenden bewegenden Kraft..

Der feurig-flüssige Strom versetzt die Meere, indem er Länder hebt, seine dem Drucke ausweichende Woge lässt sie wieder einsinken und von der See in Besitz nehmen.

Wenn aber diese feurige Woge nicht mehr fliesst, wenn sie mit der über sie gelagerten Kruste in Erstarrung übergegangen ist, muss die eine Hemisphäre des Planeten in Eis erstarren, während der andern ein ewiger Frühling lacht.

¹) Daher bezweifle ich auch, dass um den Nordpol gegenwärtig festes Land gelegen ist; denn jenes, das als Amerikas äusserster Norden bis zum Pole sich erstreckte, ist im Untergehen begriffen, oder schon voll- kommen verschwunden, während der Ausbau Europas und Asiens noch nicht bis dorthin vorgeschritten ist.